Weihnachten! Oh du …..

Früher war alles anders, liest man hier und da und umso öfters man es liest, umso öfters wird es irgendwann mal langweilig.

Aber irgendwie ist da auch was Wahres dran, was aber auch irgendwo verständlich ist.

Meine Mutter sagt immer: Junge guck nicht in die Vergangenheit, schaue nach vorne und freu dich da drauf, was dich noch so alles erwartet.

Ja sie hat ja irgendwo auch recht aber, wenn man mal Weihnachten als Beispiel nimmt, wie es einmal war, wie es ist und wie es vielleicht mal sein wird, dann schaut man vielleicht doch besser in die Vergangenheit.

Früher:

Da war es wirklich noch so, Weihnachtsbäume wurden geschmückt und man hat sich zusammengesetzt. Die ganze Familie war da, hin und wieder ist mal jemand verschwunden, um aus den Kochtöpfen der Mutter zu naschen oder auch mal nach der Gans zu schauen, die im Ofen lag und sich auf das Festmal vorbereitete.

Viele kleine aber auch große Augen, schauten hin und wieder auf die Geschenke, doch letztendlich war es die Atmosphäre die dem ganzen an Würze gab.

Heute:

Als Weihnachtsmann verkleidet, gehe ich zu Familien, stelle mich in der Turnhalle vor zig Kinder und versuche ihnen das Weihnachten etwas zu versüßen. Bisher hat es auch geklappt, doch wenn diese Momente vorbei sind, muss auch der Weihnachtsmann mal einkaufen gehen und als ich letztes Jahr, einmal kurz meinen Bart abgenommen hatte, sprach mich eine Frau an, dass ich das nicht bringen kann – Kinder würden denken – es gäbe den Weihnachtsmann nicht mehr.

Nun gut, also blieb er dran und was soll ich sagen?

Früher war alles irgendwie anders – erst letztes Jahr noch, da schauten mich strahlende Augen an, ob alt oder jung – sie lächelten und freuten sich.

Dieses Jahr kam es mir so vor als wäre ich ein dicker in Rot gekleideter Mann, den alle für bescheuert hielten.

Das Lächeln in den Augen der Menschen hat mir sehr gefehlt, diese Freude – verschwunden.

Nun gut, wenn ich mal so über die Zeiten nachdenke wie sie sind.

Viele Menschen haben gar kein Geld, um sich überhaupt über irgendwas zu freuen, warum dann mal zu lachen, wenn der dicke rote Typ vor ihnen steht.

Diese Atmosphäre von früher, die kenne ich auch nicht mehr – mit der Zeit gehen zu viele Menschen, die diesen Moment wertvoll gemacht haben und man kann nichts zurückholen, was schon längst vergangen ist.

Sicherlich wird es Familien geben, die diesen Moment noch genießen, sich abends vor den Baum setzen und „vielleicht“ glücklich sind.

Aber für die, die es sich noch leisten können, stehen glaube ich eher die Geschenke in erster Linie, als das Ganze drum herum.

Schade irgendwie

Zukunft:

Den Weihnachtsmann wird es denke ich mal immer geben, doch wird er immer mehr und mehr an Bedeutung verlieren.

Ruhige Augenblicke zusammen, miteinander – zufrieden und glücklich – glaube ich werden der Vergangenheit angehören.

Was dann nur noch zählt ist das I-Phone, der neue TV oder überteuerte Spielsachen die unter dem Baum liegen, kurz was essen und sich dann zurückziehen.

Und die Menschen, die es sich gar nicht leisten können, die vor der Entscheidung – Essen oder Geschenke stehen, die, die draußen leben und die, die trotz Arbeit weniger haben, als viele andere zusammen, diese Menschen werden dann Heiligabend als Pflichtlektüre sehen und mit den Gedanken ganz woanders sein und zwar da, womit alles anfing.
Früher war alles anders – wie bekomme ich den nächsten Tag über die Runden, wie soll es weitergehen, was passiert als nächstes.

Das Fest der Liebe wird in Zukunft eine andere Bedeutung bekommen, nur wird es dann nicht mehr wie das Fest der Liebe behandelt werden, sondern wie ein ganz normaler Tag im Jahr auch.

 

Eigentlich schade, dann vielleicht doch in Gedanken an früher denken, dann bleibt wenigstens etwas, was vielen Menschen wenigstens ein kleines Lächeln schenkt – die Erinnerung an etwas, dass wirklich mal schön war.

Posted by Holger Brandenburg

Schreibe einen Kommentar