Und darüber hinaus…

Wir helfen wo wir können, wir gehen über das Machbare hinaus, wir opfern und geben manchmal so viel, dass man uns schon als bekloppt einstufen könnte aber was wir immer wieder sagen ist:

Wir können obdachlosen Menschen keine Unterkunft zur Verfügung stellen, weil wir einfach nicht die Möglichkeiten dafür haben.

So gerne wie wir es machen würden, so laut es in uns brüllt, Menschen aus ihrem Elend zu befreien und ehrlich gesagt, umso öfters wir anfangen zu beten, dass sich etwas ändert, umso betrübter sind wir dann, wenn wir in manchen Dingen einfach machtlos zusehen müssen, dass wir an Grenzen stossen.

Vor kurzem haben wir von einer obdachlosen Dame berichtet, die für ein paar Tage Obhut, in einer zentralen Aufnahmestelle fand, jedoch nun wieder die Stadt verlassen müsste, weil sie nicht hier gemeldet ist und wer in einer Stadt in der sich diese Person aufhält, nicht auch dort gemeldet ist, bekommt auch nicht die Möglichkeit auf eine Unterbringungsmöglichkeit.

Der Fall dieser Frau ist aber etwas komplizierter.
Aus irgendwelchen Gründen auch immer weigert sie sich vehement davor zurück in ihre Stadt zu gehen, in der sie gemeldet ist.

Warum?
Wir kommen in keinster Weise an dieses Geheimnis dran, was letztendlich aber auch egal ist.

Wichtig ist, dass die Person nicht auf der Straße schlafen kann/darf.

Vielleicht ließt es sich jetzt etwas krass aber bei einer männlichen Person würden wir uns jetzt erst einmal nicht so viel Gedanken machen, da sieht das Körperliche ganz anders aus, denn sollte es hier in irgendeiner Weise zu irgendwelchen Übergriffen kommen, ist das Kräftemassen anders, als wie es das einer Frau ist. (Anmerkung an die Frauenwelt: Wir wollen nicht damit sagen, dass sich Frauen nicht währen können, sicherlich gibt es Frauen, die sich währen können, also bitte nicht falsch verstehen)

Nachdem wir sie dann heute aus den Augen verloren hatten, machten wir uns auf die Suche. Wir wehren wir ja nicht UNSICHTBAR e.V. wenn wir nicht so ein bisschen die Art und Weise eines Terriers hätten einfach so aufgeben würden.

Somit begann dann eine Suche um unsere Stadt herum, bis zu dem Ort, an dem wir sie dann gefunden hatten.

Was sie denn bis heute Abend gemacht habe?
Durch die Gegend gelaufen, sei sie.

Was sie machen wolle?
Sie habe keine Ahnung, nur nicht zurück in ihren Wohnort.

Ok, jetzt musste eine Lösung her.

Wie wir bereits in einem anderen Post geschrieben haben, suchen wir für diese Person, für ein paar Tage einen Ort, an dem sie runterkommen kann, doch was unser schlimmster Feind ist, ist die Uhrzeit, denn wir suchen für solche Fälle dann immer eine Unterkunft, wenn die Uhr in die Richtung geht, in der schon immer alle schlafen.

Warum die Überschrift „Und darüber hinaus“?

Weil wir irgendwie ein viel zu großes Herz haben und es absolut nicht verantworten konnten, diese Person auf der Straße zu lassen, haben wir ihr für eine Nacht bei einem weibichen Vereinsmitglied eine Schlafmögichkeit gefunden, dieses können wir aber auch nur für eine Nacht anbieten, da ab morgen die Wohnung des Vereinsmitglied, von der Familie besucht wird und sie dann dort nicht mehr bleiben kann.

Wie soll es weitergehen?
Wir haben keinen blassen Schimmer, auch deshalb nicht, weil wir keine Informationen bekommen.

Da scheint etwas sehr im Argen zu sein, nur was – dass wissen wir nicht.

Die Person ist aber dennoch sehr ruhig, gepflegt und macht einen fitten Eindruck und jetzt hier nochmal die Frage an Euch – wer hätte die Möglichkeit, diese Person für ein paar Tage aufzunehmen?

Morgen werden wir es bei einer uns bekannten Adresse versuchen, die uns eine Lösung für solche Fälle schon mal angeboten hat, nur ob das funktionieren wird, wissen wir nicht und es wäre sehr beruhigend, sie für eine Zeit in Sicherheit zu wissen.

Posted by Holger Brandenburg

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