Monat: August 2017

Berliner Obdachloser sucht Stellplatz für seinen Wohnwagen

Berliner Obdachloser sucht Stellplatz für seinen Wohnwagen

Gestern erreichte uns ein Hilfegesuch, den wir natürlich gerne veröffentlichen

 

Dringend ein Platz für einen gepflegten Wohnwagen, eines ordentlichen, sehr lieben Obdachlosen gesucht

(Für Antoine, aus Frankreich, spricht super deutsch, seit über 20 Jahren in Deutschland, knapp 50 Jahre alt, gelernter Elektriker & Comiczeichner, nimmt keine Drogen, spart sein Geld- unglückliche Zufälle führten ihn in die Obdachlosigkeit aus der er und seine kleine Hündin „Tina“ endlich raus wollen)

 

Hallo Ihr Lieben, ich wende mich jetzt wirklich aus der Not heraus an Euch, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß. Mein Name ist Carla und ich komme ursprünglich aus Berlin. Aus beruflichen Gründen wohnen wir (Mann+3 Kinder) schon über 10 Jahre nicht mehr dort. Mein Papa ist 2006 an Krebs gestorben und meine heute 80 jährige Mama und meine alleinstehende Schwester wohnen noch immer da. Meine Mutter geht sogar noch fast Vollzeit arbeiten, ist resolut und ein echter Preuße.

Sie ist sehr tierlieb und füttert schon seit Jahrzehnten die Hunde von Obdachlosen und kümmert sich sehr rührig. So lernte sie vor knapp 2 Jahren Antoine und seine kleine Hündin „Tina“ kennen.

Antoine ist Franzose, der schon seit über 20 Jahren in Deutschland lebt und davon 20 Jahre in Leipzig eine eigene Elektriker Firma mit 3 Angestellten hatte.

Vor etwa drei Jahren war er Subunternehmer und hat für eine Firma einen Auftrag ausgeführt, der Ihn beinahe das Leben kostete. Er bekam einen Stromschlag, der ihn ein dreiviertel Jahr ins Koma versetzte…indes setzte sich der Chef der Firma für die er tätig war mit seiner Frau ins Ausland ab und war 2 Jahre verschwunden. Sie fassten ihn, lieferten ihn aus und der Prozess begann. In Untersuchungshaft kurz vor dem Prozess versuchte sich der Typ das Leben zu nehmen, konnte aber gerettet werden. Prozess wieder um Monate verschoben.

Das eigentliche Problem ist aber, dass Antoine nun alles verloren hat, als er aus dem Koma erwachte, hatte ihn seine Lebenspartnerin, mit der 20 Jahre zusammen lebte; sie sogar einen gemeinsamen Sohn haben (17) einfach rausgeschmissen. Sie deponierte all sein Hab und Gut in ein paar Koffern bei einem Bekannten im Keller und verschwand.

Die Firma war pleite, sein ganzes Leben existierte einfach nicht mehr und so verschwand er nach Berlin. Dort sitzt er an einem S-Bahnhof in Berlin Mitte, Tag ein Tag aus und bettelt nach Geld.

Das Schlimmste ist jedoch der Winter, zwei Mal hat Antoine diesen bereits in klirrender Kälte im Treptower Park im Zelt überlebt. Dahingegen ist einer seiner obdachlosen Freunde,  im November 2016  inmitten der Nacht in Antoines Nachbarzelt von Jugendlichen im Schlaf mit Benzin übergossen und angezündet worden. Leider erlag er seinen schweren Brandverletzungen.

Auch Antoine´s Zelt und letzter Besitztum sind komplett den Flammen zum Opfer gefallen. Und nur durch Glück schaffte er es, dick eingepackt wie eine Mumie schnell genug aus dem brennenden Zelt zu kommen. Der Fall ging auch durch die Presse, die Jugendlichen sind leider nie gefasst worden.

Seitdem haben sich 4 Leute unter der Brücke im Park zusammen gefunden, die aufeinander aufpassen und einer schiebt nachts immer Wache, während die anderen schlafen. Was für ein furchtbares Leben. In ständiger Angst und Kälte und Hunger. Antoine sagt selbst, einen dritten Winter da draußen überlebt er nicht.

Natürlich hat er es schon längst versucht zum Amt zu gehen und um Hilfe gebeten, aber wie das eben so ist in Deutschland, werden dort Dinge verlangt, die kein Obdachloser erfüllen kann.

Er hat weder einen festen Wohnsitz, noch eine Krankenversicherung und möchte gerne wieder arbeiten. Ja, er ist erwerbsfähig und trotz der Strapazen des Lebens auf der Straße in recht guter körperlicher Verfassung. Er war in Frankreich 10 Jahre bei der Militär Elite, ist diszipliniert und ordentlich. Scheut keine Arbeit, ist ebenfalls ausgebildeter Comiczeichner. Kunst ist seine große Leidenschaft. Sein Traum wäre es natürlich in dieser Richtung arbeiten zu können, lernte einen anderen Obdachlosen kennen, der schon immer Tätowierer werden wollte und so haben nun beide gemeinsam diesen Traum.

Zunächst aber gilt es von der Straße weg zu kommen. Dafür muss er die ein oder anderen Unterlagen herzeigen, in dessen Besitz er leider nicht mehr ist. Da der Bekannte, in dessen Keller seine EX-Partnerin die Koffer in Leipzig untergestellt hat nach Frankfurt/ Oder umzog und  er keinerlei Kontakt zu Antoine knüpfen konnte, beschloss er die Koffer zu belassen, wo sie waren. Leider sind sie im Rahmen einer Kellersanierung, von einem Entrümpelungsunternehmen entsorgt worden… Stoff wie in einem schlechten Film….ist aber so.

Nun ist überhaupt nichts mehr da, von alledem, was früher einmal sein Leben ausgemacht hat.

Die Unterlagen von der Armee, seiner Firma, seiner Krankenkasse und sogar sein Personalausweis . Nachdem nun letztes Jahr sein Reisepass abgelaufen war und man ihn an der französischen Botschaft abgewiesen hatte, verlor er nicht nur seine Identität, sondern auch noch seinen letzten Mut, etwas zu unternehmen.

Meine Mutter ließ aber nicht locker und machte mit ihm Passfotos und überredete ihn in wochenlanger Arbeit erneut dort hinzugehen…und siehe da, man wollte ihn wieder abweisen, aber meine Mutter mischte sich ein und man nahm sich seiner doch noch sehr skeptisch an. Mit dem abgelaufenen Reisepass kam der Botschaftsangestellte zurück und verbeugte sich wegen der früheren Militär Elite Zeit tief vor Antoine, der peinlich berührt, aber glücklich war. Nun hat er also endlich einen gültigen Reisepass und meine Mutter hat heute einen Nachsendeauftrag für ein halbes Jahr für ihn spendiert, auf ihre eigene Adresse. Es geht voran.

Antoine hat all sein Geld gespart, nimmt keine Drogen und ist einfach aufgrund seiner vielen negativen Erlebnisse ganz unten angekommen. Er wünscht sich nichts mehr, als wieder ins normale Leben zurück zu kehren. Und meine 80jährige Mutter hilft ihm wo sie nur kann, nicht nur finanziell, sondern auch mental, hilft ihm bei Behördengängen, knüpft wichtige Kontakte und sieht zu, dass er gepflegt und gesund ist.

Sie hat all ihre alten alleinstehenden Rentnerfreundinnen zusammen getrommelt, beschafft Klamotten, Lebensmittel für ihn und Hundefutter und viele nützliche Dinge. Ich recherchiere immer im Hintergrund, bin online und versuche meinen Möglichkeiten entsprechend zu helfen und meiner Mutter in ihrer Verzweiflung und Hilflosigkeit Kraft und Infos zu geben.

Und nun haben wir es endlich geschafft und können einen tollen Wohnwagen in Rheinlandpfalz für ihn bekommen und haben ums verrecken keinen Platz dafür in Berlin oder auch im Umland…. daher bitte ich Euch – habt ein Herz für einen Menschen in Not – auch wenn es nur einer von vielen ist, es hilft und ihr macht jemanden glücklich.

Wir können auch eine Art Pacht entrichten und er kommt auch für Strom und Wasser auf. Ich hörte gerade kürzlich, dass Obdachlose die noch erwerbsfähig sind einen Anspruch auf ALG 2 haben. Nun die Frage, dürfte er auch in einem Wohnwagen leben? Und wenn das doch nicht alles klappt, kann uns jemand ein Zimmer oder kleine Wohnung anbieten?

Antoine ist ein Allrounder. Er kennt sich mit Elektrik und Holz aus, kann alles reparieren, könnte also auch eine Hausmeisterstelle annehmen, ist ein kluges Köpfchen und dabei so unglaublich bescheiden und dankbar.

Und nun danke ich Euch für Eure Geduld und Anteilnahme und würde mich freuen, wenn es jemanden gibt, der uns mit dem kleinsten Tipp helfen könnte.

…. herzlichst Eurer Antoine, Tina, Mutter Ingrid und Carla

Carla Mobil 0178 – 638 68 90

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Eine Studentin der Sozialen Arbeit von der Fachhochschule Dortmund

Eine Studentin der Sozialen Arbeit von der Fachhochschule Dortmund

Alles begann mit der Recherche für die Modulprüfung bzgl. Obdachlosigkeit.

Ein Anruf bei Holger, ein Treffen mit Holger und schon ist man Kollege von Holger.

So schnell geht’s.

Der Vorsitzende des Vereins „UNSICHTBAR e.V.“ nahm sich viel Zeit für mich, eine Studentin der Sozialen Arbeit von der Fachhochschule Dortmund, und infizierte mich schon nach nur kurzer Zeit durch seine lebensfrohe und enthusiastische Art mit den Projekten des gemeinnützigen Vereins.

Nach einem Pläuschchen zeigte ich ihm, was ich bisher zu diesem Thema erarbeitet hatte.

Literatur gibt es viel. Doch was ist richtig?

Stimmen die Infos überhaupt, die ich gefunden habe?

Durch die kompetenten Kommentare konnte er mein bisheriges Wissen erweitern und ich wurde in den Bann des Vereins gezogen. Das Gespräch, welches primär zu meiner Fragenbeantwortung über Obdachlosigkeit dienen sollte, endete anders als gedacht – nämlich als neues Mitglied des Vereins.

Wir waren beide der Meinung, dass dies nicht das letzte gemeinsame Zusammentreffen war.

Posted by Holger Brandenburg in Allgemein, 0 comments
Wenn Träume zu platzen drohen…

Wenn Träume zu platzen drohen…

….dann sollte man niemals den Kopf in den Sand stecken, denn irgendwas geht immer und irgendwo gibt es für jedes Problem eine Lösung.

„Hoffentlich“

Der Text ist lang, sogar sehr lang – wer es kürzer haben möchte.

Wir brauchen ein neues Fahrzeug, der alte Wagen wird uns verlassen müssen und aus diesem Grund suchen wir Personen und Unternehmen, die uns das durch eine Spende ermöglichen!

Vor knapp zwei Jahren erreichte uns ein Anruf, von einem Unternehmen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, wir sollten mal vorbeikommen, denn sie hätten etwas für uns.

Wir machten uns also auf den Weg und wurden mit einem Fahrzeug überrascht, welches uns auf unseren Wegen zu obdachlosen und sozial schwachen Menschen begleiten sollte.

Er fuhr uns aber auch zu Menschen, die uns etwas spendeten und begleitete uns „eigentlich“ immer von A bis B und war somit nicht mehr wegzudenken, er war ein Teil von UNSICHTBAR e.V. geworden.

Mit den Jahren und den ständigen Fahrten und Einsätzen, machte er hin und wieder auch mal schlapp, er war bzw. ist ja auch nicht mehr der Jüngste und umso älter man wird, merkt man das bei uns Menschen schon mal die Knochen oder ähnliches nicht mehr so richtig wollen und bei unserem Wegbegleiter, war es dann mal das Steuergerät oder die Sommerreifen, die gewechselt werden wollten.

Ok – der Auspuff würde als nächstes drankommen und die Antriebswellen fangen auch schon an zu stöhnen und zu knacksen – was mit Kosten verbunden gewesen wäre, die wir vielleicht geschafft hätten, um ihn nochmal über den TÜV zu bringen, damit er uns nicht nur den kommenden Winter weiterbegleiten kann, in dem wir Menschen auf der Straße versorgen, sondern uns wie bis her – sicher von A nach B bringen kann.

Doch dann kam etwas, was wir nicht erwartet hätten.

Auf unserer letzten Fahrt, um Spenden einzusammeln, erschien uns die Motorkontrollleuchte.

Nicht schön und vor allem ärgerlich, denn zu dem Zeitpunkt, dachten wir – ach ja – ab in die Werkstatt, auslesen lassen – Fehler löschen und gut ist.

Doch dem war nicht so.

Unser Combo fährt mit Erdgas und hat zudem noch einen Benzintank und hier war der Fehler diesmal vergraben.

Nach einem Auslesen in einer Kfz-Werkstatt, wurde festgestellt das die Einspritzdüsen verharzt sind und dieses mit extrem hohen Reparaturkosten verbunden sei.

Um nun diese Kosten incl. der Kosten, der anderen Sachen zu meistern, kämen wir auf eine Summe, die einen wirtschaftlichen Totalschaden, für unseren Wegbegleiter heißen würde.

Und nun müssen wir uns, wenn der November kommt und die kalte Jahreszeit wieder anfängt, uns von unserem Wegbegleiter trennen.

Um aber weiterhin unsere Fahrten zu den Menschen, die sich über unsere Hilfe freuen und uns erwarten, besonders jetzt wo der Winter kommt, jetzt wo es anfängt kalt zu werden, brauchen wir etwas „Neues“.

Wir würden uns ein Fahrzeug wünschen, in dem man auch mehrere Personen mitnehmen kann, gerade wenn es darum geht auch mal Familien mitzunehmen, diese zum Einkaufen zu begleiten oder sie aus ihrer kleinen Welt mal in den Zoo zu begleiten oder einfach mal ein paar Tage was Anderes sehen zu lassen.

Es wäre perfekt für Abende, an denen wir auf die Straße gehen, um obdachlosen Menschen zu helfen, um die ehrenamtlichen Begleiter mitnehmen zu können oder ja – auch Menschen die auf der Straße frieren, dort hin zu bringen, wo sie übernachten können.

Wir sehen diesen Gedanken nicht als anspruchsvolle Wunschvorstellung, sondern als notwendig, damit wir das weitermachen können, was wir bisher auch getan haben.

Ob das Fahrzeug nun ein 5/7 oder 9 Sitzer sein wird können wir leider heute nicht festlegen – die Menschen, mit denen wir bisher zusammengearbeitet haben, scheinen uns eher mit unserem Vereinsnamen zu verwechseln, doch das sind wir bei Weitem nicht.

Wir leisten eine sehr gute Arbeit, nutzen fast jede freie Minute um dort zu sein, wo Hilfe gebraucht wird und sind gerne für Menschen da, die auf uns warten.

Und das machen wir sehr, sehr gerne und sind in diesen Augenblicken nicht „unsichtbar“ – sondern sichtbar.

Doch um weiterhin sichtbar zu bleiben, brauchen wir wie bereits geschrieben ein neues (gebrauchtes) Fahrzeug.

Autohändler, die wir bisher angesprochen haben, sprachen alle von Finanzierung und Leasing, was aber für uns nicht in Frage kommt, denn die teils hohen monatlichen Kosten, wären nicht tragbar, deshalb suchen wir ein Fahrzeug, dass einfach nicht zu alt ist, groß ist, Platz für Mitfahrer hat und technisch in einem einwandfreien Zustand.

Ja und – gibt es doch überall zu kaufen!

Richtig, diese Fahrzeuge gibt es überall zu kaufen, nur für unsere Vereinskasse nicht zu realisieren.

Und deshalb möchten wir mit diesem Aufruf an Euch herantreten, nicht nur an die Privatpersonen unter Euch, auch an Unternehmer – die ein Herz zeigen und uns das weitermachen lassen, was wir jeden Tag immer wieder gerne machen.

Helfen…

…und wir nehmen jede einzelne Spende, die für das zukünftige Fahrzeug sein wird und die wir in ein Fahrzeug investieren mit und schenken Euch allen, die uns dabei helfen, weiterhin unsere Wege fahren zu können – Euch alle nehmen wir jeden Tag in Gedanken mit und lassen Euch spüren, wie schön es sein kann, durch etwas Gutes zu tun, Dankbarkeit in Form eines dadurch glücklich gemachten Menschen – zu erfahren oder zu spüren.
An jedem von Euch, der uns dabei unterstützt – diesen Weg sicher weiterzugehen (zu fahren), ohne uns Gedanken darüber machen zu müssen, was als nächstes kaputtgeht und wie weiter wir noch kommen, möchten wir uns schon hier rechtherzlich bedanken.

UNSEREN HERZLICHSTEN DANK

www.unsichtbar-ev.de

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