Dunkel, Angst und Indianer…

Schneller, dass muss schneller gehen, du musst den Ball schneller, weiter, tiefer was weiss ich denn, der Ball muss in das Eckige – jaaaaa jetzt
*Ring* *Ring*
Wie watt jetzt – Telefon, nä oder?
Nen Obdachloser – irgendwo da draußen – warum, wieso, weshalb?
Aber wir haben doch……
Ja stimmt, auch wenn wir Weihnachten, Ostern, Klappsparten Jahrestag, Kikeriki Jubiläum oder WM, EM oder Yippie die Waldbeere hat einen an der Klatsche Tag haben.
Haben wir immer noch obdachlose Menschen da draußen auf den Straßen liegen, die sich über Hilfe, wie die unsere freuen.

Es ist mir vollkommen Jacke wie Hose was gefeiert wird, wenn ich einen Anruf bekomme, dass ein obdachloser Mensch unsere Hilfe braucht, dann erhebe ich mich, lasse das Abendessen stehen, ignoriere das Fußballspiel und helfe da wo ich helfen darf und das, weil ich/wir lieben, was wir tun.

Angekommen im Wald und ja ich hatte Schiss, zudem die Wärmebildkamera vergessen, weil es schnell gehen musste und ich war am Arsch der Welt – wenn ich hier stolpern würde oder mir jemand aus Lust an der Laune auf die Kinnlade schlagen würde, dann würde man mich evtl. erst am nächsten Morgen finden.
Also was tun? Ok – wieder ins Auto – ab in den Heimathafen – Ziel: Zuhause
Aber warte mal…..
Ich bremste, drehte da, wo ich drehen durfte und fuhr zurück, stieg aus dem Auto, nahm mit die Taschenlampe und ging in diesen doofen Wald hinein und da lag er und schlief.
Leise fragte ich ob alles in Ordnung wäre und nachdem ein kleines bisschen Plastik von der Plane, die ihn vor Regen schützen sollte, seinen Kopf sichtbar machte – fragte ich nochmal ob alles in Ordnung sei? Es war alles in Ordnung.
Er winkte mir zu, lächelte und freute sich, dass jemand nach ihm schauen gekommen war und ich freute mich das ich den Mut hatte, mir Mut zu machen, um nach ihm zu sehen.
Jetzt bin ich müde, 3:45 Uhr – die Meldungen häufen sich, früh ins Bett gehen, könnte bei uns leicht falsch verstanden werden. Für mich war es die 5 Nacht – in der ich in dieser Woche auf eine Meldung fuhr und das ganz egal ob mit oder ohne Wald.

Letztendlich sind wir alle zu Indianern erzogen worden und die kennen bekanntlich keinen Schmerz und haben auch keine Angst aber jetzt mal ganz ehrlich.

Scheiss auf Indianer und Co. – egal was man dir einreden will – sei wie du sein willst, hab schiss wann du willst und heul soviel rum wie du möchtest – wichtig ist, dass du tust, was für dich am besten ist.
Jetzt hier und in diesem Augenblick, bleib ehrlich und ganz wichtig, dir selber treu.
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EHRENAMT BEI UNSICHTBAR e. V.
Das Ehrenamt bei UNSICHTBAR e. V. besteht nicht ausschließlich aus der Arbeit auf der Straße. Bring dich zum Beispiel in der Fahrzeugpflege mit ein, sortiere, packe und waschen und reinige regelmäßig unsere Fahrzeuge, denn auch das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.
Werde Teil von etwas Großem – werde ein Teil von UNSICHTBAR e. V.“