Emotionale Heulsuse mit großem Herzen (Karin)

Tue Gutes und sprich darüber…

Oft hört man, dass – wenn man Gutes tut – man das für sich behalten soll. Warum? Man kann sich doch darüber freuen, etwas Gutes zu tun? Und darüber berichten, um andere zu motivieren, ebenfalls Gutes zu tun? Der Kangoo trägt einen QR-Code: Hilfe zu helfen. Na dann… haut rein!

Wir brauchen euch, die ihr helfen wollt, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen. Und wenn ihr sagt: „Das kann ich nicht, das berührt mich zu sehr“ – dann kann ich euch sagen, dass ich genauso gedacht habe. Und das auch Holger beim Kennenlerntreffen genauso gesagt habe. Gute Nachricht: Ihr könnt helfen, ohne rauszufahren. Es gibt so viel mehr zu tun, das erfahrt ihr bei einem unverbindlichen Kennenlerntreffen jeden 1. Samstag im Monat.

Und wenn ihr mal rausgefahren seid und feststellt, dass genau DAS euer Ding ist – dann herzlich willkommen im Club der Nachteulen!
Heute, 28.06.2024, fahren Holger und ich (Karin) mit Schnüffelmitglied Jörg eine Nachttour. Wir fahren zunächst im Ennepe-Ruhr-Kreis eine Stelle an, an dem der obdachlose Herr heute wieder gesehen wurde, obwohl er weiterziehen wollte. Ok – wir schauen nach. Der Platz ist leer und aufgeräumt, schwer zu glauben, dass er weitergezogen ist und der Bereich so gründlich gesäubert wurde. Wir suchen in der näheren Umgebung in der Hoffnung, ihn aufzufinden – vergebens. Wir sorgen uns – beim letzten Besuch war er in einem schlechten Zustand.
Wir fahren Richtung Hagen, setzen bei einigen Stellen die Wärmebildkamera ein – nichts. Es fängt an zu regnen – eher an zu schütten. Starkregen – wie angekündigt. Sicherheitshalber fahren wir einen Treffpunkt in der Innenstadt an – aber alle Menschen, die wir sonst hier antreffen, scheinen sich in regensichere Unterkünfte zurückgezogen zu haben.

Wir brechen ab und fahren zum Lager. Holger und ich haben noch Organisatorisches zu erledigen und Jörg fährt nach Hause. Auch wir wollen gerade aufbrechen, als Holger ein Notruf erreicht – kein Thema – wir fahren zusammen nochmals los. Es geht Richtung Märkischer Kreis und wir treffen einen Herrn an, dem wir vor kurzem erst helfen durften. Er hat eine TOM (Tasche für obdachlose Menschen) erhalten, hatte außer was zu essen und zu trinken keine weiteren Wünsche. Dieses Mal lag er auf bloßen Steinplatten, ohne irgendwas. Einfach nur ER. Der Anblick war erschreckend, tat weh. Wir fragen nach – seine Wünsche sind wie zuvor bescheiden: Terrine, Kaffee, was Süßes. Ich kann es nicht verstehen, hake nach: Iso-Matte, Schlafsack, Rucksack, etc. – nichts. Er macht einen absolut klaren, wachen, reflektierenden Eindruck. Aber offensichtlich wünscht er weder soziale Kontakte noch kann er mit dem Besitz irgendwelcher Dinge etwas anfangen.

Wie kann ein Mensch so werden, so leben? Was hat er erlebt, um so zu werden? Mir wird wieder bewusst – die Welt retten kann ich nicht. Ich muss hinnehmen, dass ich immerhin einzelnen Menschen erfolgreich durch die Nacht helfen kann. Schlussendlich ist das ganz schön viel…
WIR können helfen. Und wir freuen uns, wenn IHR uns anschließt. Kommt einfach mal vorbei am 1. Samstag im Monat und lernt uns kennen.

Und wer Bedenken hat, was Rausfahren betrifft: Wenn ICH – eine emotionale Heulsuse mit großem Herzen – das schaffe, schafft ihr das auch.

 

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EHRENAMT BEI UNSICHTBAR e. V.
Das Ehrenamt bei UNSICHTBAR e. V. besteht nicht ausschließlich aus der Arbeit auf der Straße. Bring dich zum Beispiel in der Fahrzeugpflege mit ein, sortiere, packe und waschen und reinige regelmäßig unsere Fahrzeuge, denn auch das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.
Werde Teil von etwas Großem – werde ein Teil von UNSICHTBAR e. V.“