Was Australien mit uns zu tun hat

Gestern Nacht (Sonntag) erhielt ich eine WhatsApp, von einer alten Freundin, die sich erkundigen wollte wie es mir geht und als ich erstmal begriff, wer denn da am anderen Ende der Leitung war, freute ich ich mich umso mehr.
Doch das Gespräch dauerte nicht lange, weil ich eine Meldung bekam und da sie sich gerade in Australien aufhällt, wäre ein Telefonat, um das Gespräch im Auto fortzusetzen, denkbar unklug und vor allem auch sehr teuer gewesen.
Also erklärte ich ihr kurz was ich mache und sie bat mich darum, ihr das doch mal etwas genauer zu schreiben.
Und diesen Text werde ich jetzt mit euch teilen….
Liebe …….,
es ist Sonntag, aber eigentlich schon Montag. Die Uhr zeigt zwei Uhr nachts, und während die Welt um uns schläft, bereite ich mich darauf vor, in die Dunkelheit hinauszufahren.Warum ich noch wach bin, fragst du dich vielleicht. Es liegt daran, dass ich, dass wir, eine Aufgabe haben, die in ihrer Art und Weise einzigartig ist.
Unser Verein, UNSICHTBAR e. V., macht das Unmögliche möglich und bietet Hilfe an Orten und zu Zeiten, an denen niemand sonst da ist.
Heute Nacht hat mich ein Anruf aus Wuppertal erreicht. Eine Frau, völlig aufgelöst, berichtete von einem Herrn, der augenscheinlich nichts mehr hatte. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an uns. Ohne zu zögern, versprach ich, mich sofort auf den Weg zu machen.
Ihre Überraschung war sehr groß, als sie erfuhr, dass wir selbst zu solch später Stunde noch aktiv werden. „Jetzt braucht jemand Hilfe, also bekommt er sie auch jetzt,“ erklärte ich ihr.
Auf meinem Weg traf ich den besagten Herrn nicht, aber dafür begegnete ich anderen, die mich mit Dankbarkeit empfingen und unsere Unterstützung gerne annahmen.
Und weißt du warum ich so sehr liebe, was wir da tun? Weil es ist eine stille Freude ist, die mich durch die Nacht trägt, zu wissen, dass wir in diesen Momenten Licht in die Dunkelheit bringen können.
Nachts, wenn alles schläft, ist unsere Arbeit am wertvollsten. Dann sind wir da, wenn uns niemand sieht, wenn die Einsamkeit am tiefsten und die Not am größten ist. Wir sind unsichtbar, doch für diejenigen, die uns brauchen, sind wir ein rettender Anker.
Es sind diese Momente, in denen ich die Tiefe der menschlichen Verbindung spüre, die mich sehr oft selbst berühren und zum Nachdenken bringen und warum tun wir das? Warum opfern wir Schlaf und Komfort, um durch die dunklen Straßen zu fahren? Weil wir es können, wie niemand anderes und weil wir es müssen, weil wir das Licht sind, das sonst fehlen würde.
Du hast gefragt, ich habe geantwortet und ich bin mir sicher, du verstehst warum diese Arbeit so wichtig ist und warum sie mich so tief bewegt. Es ist nicht immer leicht, aber es ist wertvoll.
Ich hoffe, du hast eine gute Nacht und denkst vielleicht ein wenig an uns, wenn wir da draußen sind, während die Welt schläft.
Bis bald hier bei WhatsApp!
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EHRENAMT BEI UNSICHTBAR e. V.
Das Ehrenamt bei UNSICHTBAR e. V. besteht nicht ausschließlich aus der Arbeit auf der Straße. Bring dich zum Beispiel in der Fahrzeugpflege mit ein, sortiere, packe und waschen und reinige regelmäßig unsere Fahrzeuge, denn auch das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.
Werde Teil von etwas Großem – werde ein Teil von UNSICHTBAR e. V.“