Neujahrsansprache
„Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“
— Max Frisch
Meine Neujahrsansprache die dann kommt, wenn wir meinen, sie kommt genau dann, wenn es der richtige Zeitpunkt dafür ist. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt.
Ich, Holger Brandenburg, Gründer, Vorstand, Ordensträger, Herzmensch – Sensibelchen, richte mich mit diesen Worten an alle Menschen.
An unsere Unterstützerinnen und Unterstützer.
An unsere Mitglieder.
An unsere Ehrenamtlichen.
An all die, die mit uns gehen, mit uns stehen, mit uns tragen.
An die Liebenswürdigen.
An die Herzlichen.
An die Empathischen.
An die Hochsensiblen.
An die Armen.
An die Bedürftigen.
An die Obdachlosen.
An die, die gerade nicht wissen, wie es weitergehen soll.
An die, die müde sind vom Kämpfen.
Und ja – auch an die anderen.
Bevor alles Weitere kommt, möchte ich eines ganz klar sagen:
Ich wünsche allen Menschen auf dieser Erde ein wunderschönes neues Jahr.
Wirklich allen.
Ohne Einschränkung.
Ohne Bedingung.
Diese Neujahrsansprache beginnt nicht mit Jubel.
Nicht mit Vorsätzen.
Nicht mit diesem lauten „Jetzt wird alles neu“.
Sie beginnt mit einem Innehalten.
Mit dem Gedanken, dass man nicht sofort losrennen muss,
nur weil ein neues Jahr begonnen hat.
Unsere Neujahrsansprache findet am 1. Januar statt.
Aber sie erscheint nicht zwingend dann, wenn andere sie erwarten.
Nicht um Punkt 7 Uhr.
Nicht nach festen Uhrzeiten.
Nicht nach Gewohnheit.
Sondern dann, wenn wir es für richtig halten.
Warum wir uns das erlauben?
Weil wir es können.
Und weil wir es dürfen.
Weil wir uns nicht hin- und herbiegen lassen.
Weil wir nicht funktionieren müssen.
Weil wir nicht liefern, nur um Erwartungen zu erfüllen.
Sondern weil wir sagen, was wir für richtig halten –
dann, wenn es sich richtig anfühlt.
Wir sind anders.
Und wir wollen gar nicht so sein wie andere.
Wir sind besonders.
Schräg.
Schief.
Manchmal auch krumm.
Ehrlich.
Neutral.
Und witzig, wenn der Moment es zulässt.
Wir treffen uns auf den Punkt.
Fast immer zumindest.
Aber wir richten uns nicht nach Erwartungen,
sondern nach Haltung.
Nicht nach Uhrzeiten,
sondern nach Inhalt.
Nicht nach Algorithmen,
sondern nach Gefühl.
Denn jeder Mensch ist einzigartig.
Und genau das glauben wir wirklich.
Nicht als Floskel.
Nicht als Werbesatz.
Sondern als innere Überzeugung.
Das vergangene Jahr war schwer.
Wir haben Krieg erlebt.
Und viel zu wenig Frieden.
Wir haben Dinge gesehen,
die wütend gemacht haben.
Dinge, die sich nicht verändert haben,
obwohl sie es längst hätten tun müssen.
Wir haben uns gefreut.
Ehrlich gefreut.
Und wir waren traurig.
Tief traurig.
Über Verluste.
Über Einsamkeit.
Über Geschichten, die geblieben sind.
Wir wissen: 2026 wird nicht plötzlich leicht.
Es werden mehr Menschen sichtbar werden,
die schon lange da sind.
Menschen, die nicht gefallen sind,
sondern gedrängt wurden.
Durch Krankheit.
Durch Sanktionen.
Durch Jobverlust.
Durch den Verlust der Familie.
Durch den Tod von Eltern.
Durch den Verlust eines Zuhauses.
Durch Lebensbrüche,
aus denen man alleine nicht herauskommt.
Und genau hier bleiben wir.
Wir bleiben.
Wir hören zu.
Wir vermitteln.
Zwischen Menschen und Möglichkeiten.
Zwischen Not und Hilfe.
Zwischen Hoffnung und Realität.
Und solange Lösungen Zeit brauchen,
sorgen wir dafür,
dass niemand ganz fällt.
Dass es etwas Warmes zu essen gibt.
Ein Bett, das nicht fragt.
Einen Kühlschrank, der einfach da ist.
Vielleicht eine Waschmaschine –
und damit Würde.
Wir werden noch mehr zuhören.
Nicht, um schneller Antworten zu haben,
sondern um besser zu verstehen.
Wir werden mit Technik arbeiten –
als Werkzeug, nicht als Ersatz für Menschlichkeit.
Und wir werden mit noch mehr Herz arbeiten.
Weil alles andere nicht reicht.
Wir gehen diesen Weg nicht alleine.
Da sind unsere Mitglieder.
Die, die seit Jahren tragen,
halten,
bleiben.
Die nachts aufstehen.
Die zuhören,
wenn andere längst weitergehen.
Da sind unsere Ehrenamtlichen.
Die leisen.
Die starken.
Die verlässlichen.
Und wir sind überzeugt,
dass 2026 neue Menschen zu uns finden werden.
Nicht, weil es einfach ist.
Sondern, weil es richtig ist.
Da sind all die,
die um uns herumstehen.
Die mit uns arbeiten.
Partner.
Unterstützerinnen.
Einrichtungen.
Verwaltungen.
Einzelpersonen.
Manchmal sichtbar.
Oft im Hintergrund.
Aber immer entscheidend.
Und da ist Nuppsi.
Leise.
Wach.
Fragend.
Nuppsi steht für all das,
was nicht laut ist
und trotzdem zählt.
Für die Stillen.
Für die Unsicheren.
Für die,
die nicht glänzen müssen,
um wertvoll zu sein.
Wir werden weiter schreiben.
Auch wenn es manchen nicht gefällt.
Auch wenn es unbequem wird.
Wir schreiben nicht über Zahlen.
Nicht über Listen.
Wir schreiben darüber,
wie sich Leben anfühlt.
Wie es ist, zu warten.
Übersehen zu werden.
Nicht mehr gefragt zu werden.
Und wie es anders sein könnte.
Wir werden sprechen.
Mit Verantwortungsträgern.
Mit Politik.
Mit Verwaltung.
Mit Menschen,
die Entscheidungen treffen.
Wir werden Konzepte drehen,
Gedanken wenden,
Wege prüfen.
So lange,
bis wir sagen können:
Jetzt. Das ist es.
Und ich wende mich auch an die anderen.
An die, die uns kritisch sehen.
An die, die uns nicht mögen.
An die, die ständig auf der Suche nach Steinen sind,
um uns Stolpersteine in den Weg zu legen.
Auch euch nehme ich bewusst mit in diese Worte.
Und gleichzeitig sage ich eines klar:
Das Jahr 2026 wird in keiner Weise von euch bestimmt sein.
Nicht von euren Kommentaren.
Nicht von euren Bewertungen.
Nicht von dem,
was ihr meint,
schlechtreden zu müssen.
All das hat uns in den vergangenen Jahren
nicht aufgehalten.
Und es wird uns auch weiterhin
nicht interessieren.
Nicht aus Arroganz.
Sondern aus Klarheit.
Unsere Energie gehört den Menschen,
die sie brauchen.
Unser Blick geht nach vorn.
Unser Weg richtet sich nicht
nach dem Lärm am Rand.
Und trotzdem –
auch euch wünsche ich
ein schönes neues Jahr.
Aufrichtig.
Ohne Groll.
Mit einer klaren Grenze.
Wir sind stark.
Und wir sind auch schwach.
Wir sind Mensch.
Wir sind Herz.
Und wir sind Verstand.
Wir sind mehr.
Mehr als Meinungen.
Mehr als Zuschreibungen.
Mehr als das,
was man über uns sagt.
Wir gehen diesen Weg
weiter und wir sind die, die 2026 zu einem ganz besonderen Jahr machen werden!
Willkommen 2026