Heat Dome, Hitzewellen und Katastrophenschutz

Heat Dome, Hitzewellen und Katastrophenschutz – Warum UNSICHTBAR e.V. einen geländegängigen Offroader braucht

Wenn in den Nachrichten von einem Heat Dome, von Hitzewellen, Starkregen, Hochwasser oder schweren Unwettern die Rede ist, denken viele zunächst an Schlagzeilen. Doch für uns als Hilfsorganisation geht es nicht um Schlagzeilen. Es geht um Menschen.

Extreme Wetterlagen nehmen zu. Ob Hitzewellen, Starkregen, Hochwasser oder lange Trockenperioden – wir erleben immer häufiger Situationen, die zeigen, wie verletzlich unsere Gesellschaft sein kann. Meteorologen beobachten derzeit sogar die Möglichkeit eines sogenannten Heat Domes, einer Hitzeglocke, unter der sich die Temperaturen über viele Tage hinweg gefährlich aufheizen können. Ob dieses Wetterereignis tatsächlich eintritt, wird sich erst zeigen. Für uns spielt das jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Denn Hilfe darf niemals erst dann beginnen, wenn Menschen bereits in Not geraten sind.

Vorbereitung beginnt lange vorher.

Genau deshalb sprechen wir heute über ein Projekt, das auf den ersten Blick groß erscheinen mag. Wir möchten einen geländegängigen MAN TGE 4×4 zu einem professionellen Einsatzfahrzeug ausbauen. Nicht, weil wir etwas Besonderes besitzen möchten. Nicht, weil wir Aufmerksamkeit suchen. Sondern weil wir überzeugt sind, dass wir ihn brauchen.

Seit vielen Jahren helfen wir obdachlosen Menschen, bedürftigen Familien, Seniorinnen und Senioren und Menschen, die plötzlich in eine Notlage geraten sind. Unsere Arbeit endet nicht dort, wo eine Straße aufhört. Sie beginnt oft genau dort.

Unter Brücken.

In Wäldern.

Auf Feldwegen.

An Bahndämmen.

An Orten, die kaum jemand kennt.

Genau dort leben Menschen, die in einer Hitzewelle, nach Starkregen oder während eines Wintereinbruchs häufig besonders gefährdet sind.

Vielleicht fragen Sie sich gerade, ob ein gemeinnütziger Verein wirklich ein geländegängiges Einsatzfahrzeug benötigt.

Diese Frage ist berechtigt.

Und genau deshalb möchten wir sie offen beantworten.

Warum reicht ein normaler Transporter nicht aus?

Diese Frage hören wir immer wieder.

Und sie ist völlig berechtigt.

Natürlich könnte man sagen: „Nehmt doch einfach einen normalen Transporter.“

Genau das machen wir seit Jahren.

Doch unsere Einsätze zeigen immer wieder, dass wir damit an Grenzen stoßen.

Viele obdachlose Menschen leben nicht mitten auf dem Marktplatz. Sie suchen Schutz dort, wo sie ihre Ruhe haben. Unter Brücken. In Wäldern. An Bahndämmen. Auf unbefestigten Wegen. Hinter Industriegebieten. Dort, wo kaum jemand vorbeikommt.

Gerade während einer Hitzewelle ziehen sich viele Menschen in schattige Waldstücke zurück. Nach Starkregen werden Feld- und Waldwege aufgeweicht oder sogar unpassierbar. Nach Hochwasser können Straßen gesperrt sein. Im Winter machen Schnee, Eis und Matsch selbst kurze Wege zu einer Herausforderung.

Genau in diesen Situationen möchten wir Menschen erreichen.

Nicht irgendwann.

Sondern dann, wenn jede Stunde zählt.

Immer wieder hören wir auch den Satz:

„Dafür gibt es doch Feuerwehr, THW oder den Rettungsdienst.“

Und ja.

Wir sind dankbar, dass es diese Organisationen gibt. Ohne sie wäre unsere Gesellschaft nicht vorstellbar.

Aber ihre Aufgaben unterscheiden sich von unserer.

Die Feuerwehr rettet Menschen aus akuten Gefahrenlagen, löscht Brände und leistet technische Hilfe.

Das Technische Hilfswerk unterstützt den Katastrophenschutz und hilft bei der Sicherung wichtiger Infrastruktur.

Polizei und Rettungsdienst übernehmen ebenfalls klar definierte Aufgaben.

Unsere Aufgabe ist eine andere.

Wir suchen Menschen auf, die sonst oft niemand aufsucht.

Wir verteilen Trinkwasser während extremer Hitze.

Wir bringen Schlafsäcke, Isomatten, Hygieneartikel und Lebensmittel dorthin, wo sie gebraucht werden.

Wir unterstützen ältere Menschen, Familien und Menschen, die durch jedes soziale Raster gefallen sind.

Wir möchten helfen, bevor aus einer schwierigen Situation eine lebensgefährliche wird.

Dafür benötigen wir kein Prestigeobjekt.

Wir benötigen ein zuverlässiges Einsatzfahrzeug.

Ein MAN TGE 4×4 wäre für uns kein Luxus.

Er wäre ein Werkzeug.

Ein Werkzeug, das uns dorthin bringt, wo Hilfe gebraucht wird.

Geplant ist ein professioneller Ausbau mit Regalsystemen für Hilfsgüter, einer leistungsfähigen Stromversorgung, Standheizung, Arbeitsbeleuchtung, Kommunikations- und Sicherheitstechnik sowie ausreichend Stauraum für Material, das wir bei unseren Einsätzen benötigen.

So könnte das Fahrzeug bei Hitzewellen, Hochwasser, Starkregen, Wintereinbrüchen oder anderen außergewöhnlichen Einsatzlagen zuverlässig eingesetzt werden.

Unser Ziel ist dabei nicht, andere Hilfsorganisationen zu ersetzen.

Unser Ziel ist es, eine Lücke zu schließen.

Eine Lücke, die wir seit vielen Jahren aus unserer täglichen Arbeit kennen.

Denn jeder Mensch, den wir erreichen, bevor seine Situation eskaliert, ist ein Mensch, für den sich dieser Aufwand gelohnt hat.

Was kostet ein solches Projekt?

Diese Frage möchten wir offen beantworten.

Nach unseren bisherigen Planungen rechnen wir – je nach Fahrzeug, Ausbau und technischer Ausstattung – mit einem Gesamtvolumen von rund 175.000 Euro.

Ja.

Das ist eine große Summe.

Sehr wahrscheinlich sogar die größte Investition in der Geschichte unseres Vereins.

Aber wir möchten ehrlich sein.

Ein geländegängiger MAN TGE 4×4 allein reicht nicht aus.

Erst durch einen professionellen Ausbau entsteht ein Einsatzfahrzeug, das auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig helfen kann.

Dazu gehören unter anderem eine leistungsfähige Stromversorgung, eine Standheizung, Regalsysteme für Hilfsgüter, Arbeitsbeleuchtung, Kommunikations- und Sicherheitstechnik sowie viele weitere Ausstattungsmerkmale, die im Alltag kaum sichtbar sind, im Einsatz jedoch den entscheidenden Unterschied machen können.

Wir wissen, dass 175.000 Euro zunächst nach einer gewaltigen Summe klingen.

Doch wir glauben nicht daran, dass ein einzelner Mensch dieses Projekt finanzieren muss.

Wir glauben daran, dass viele Menschen gemeinsam Großes bewegen können.

Wer unsere Arbeit schon länger verfolgt, weiß, dass wir mit unseren Ideen in der Vergangenheit häufig belächelt wurden.

Als wir UNSICHTBAR e.V. gegründet haben, waren manche überzeugt, dass es den Verein nach kurzer Zeit nicht mehr geben würde.

Auch viele unserer Projekte wurden anfangs kritisch betrachtet.

Heute arbeiten wir mit Städten, Behörden, Wohlfahrtsverbänden, Hilfsorganisationen, der Polizei und vielen engagierten Partnern zusammen.

Nicht, weil wir alles besser können.

Sondern weil wir unsere Ideen nicht aufgegeben haben.

Genau deshalb trauen wir uns heute, auch dieses Projekt öffentlich vorzustellen.

Vielleicht liest diesen Artikel gerade eine Unternehmerin oder ein Unternehmer.

Vielleicht ein mittelständischer Betrieb.

Vielleicht ein großes Unternehmen.

Vielleicht eine Stiftung.

Vielleicht ein Fördermittelgeber.

Vielleicht eine Persönlichkeit aus Sport, Film, Fernsehen oder Musik.

Vielleicht eine erfolgreiche Unternehmerfamilie.

Vielleicht ein Creator oder Influencer, der seine Reichweite für etwas Sinnvolles einsetzen möchte.

Oder vielleicht kennt jemand genau die Person, die sagt:

„Dieses Projekt möchte ich unterstützen.“

Vielleicht spendet ein Fahrzeughersteller das Fahrgestell.

Vielleicht beteiligt sich ein Ausbauunternehmen.

Vielleicht übernimmt ein Energieunternehmen die Stromversorgung.

Vielleicht finanziert eine Stiftung einen Teil des Innenausbaus.

Vielleicht unterstützen mehrere Unternehmen einzelne Bausteine.

Und vielleicht helfen viele Menschen mit kleinen und großen Spenden dabei, dieses Fahrzeug Wirklichkeit werden zu lassen.

Wir suchen keine Sponsoren für ein Auto.

Wir suchen Partner für ein Projekt, das Menschen helfen soll.

Ein Projekt, das viele Jahre im Einsatz sein kann.

Ein Projekt, das Leben erleichtern, Not lindern und im entscheidenden Moment den Unterschied machen kann.

Vielleicht ist dieser Artikel genau der Anfang dieser Geschichte.

Holger Brandenburg
Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen, Gründer und 1. Vorsitzender von UNSICHTBAR e.V., Autor, Referent und Visionär für zukunftsorientierte, praxisnahe Projekte in der Obdachlosenhilfe, Armutsbekämpfung und sozialen Arbeit.