Asphalt und so

Bea sagte heute noch, es wäre besser, wenn ich mal eine Pause machen würde.

Hatte ich auch vor. Wirklich.
Dann kam ein Anruf.
Der Straßen-Kangoo hatte sich im Schnee festgefahren – vermutlich wegen des hohen Gewichts im Kofferraum.

Also nahm ich den Trafic. Eine extrem doofe Idee. Aber in solchen Momenten denkt man nicht lange nach. Man denkt nur: Da wartet jemand.
Bin dann angekommen.

Durfte helfen.
Wir haben uns verabschiedet, nachdem er mir seine Geschichte von seiner Tochter erzählt hatte. Von etwas, das schon beim Erzählen Spuren hinterlässt. Man fragt sich unweigerlich, wie sich das wohl anfühlt, so etwas live zu erleben. Schrecklich.
Und dann war er weg.
Einfach weg.

Ich blieb noch einen Moment stehen. Sammelte mich.
Dann drehte ich mich um.
Und dann geschah es.
Das rechte Bein wollte nach links.
Das linke nach rechts.
Und ich viel …..
Ende der Geschichte:
Der Kopf schlug sehr unsanft auf dem schneebedeckten Asphalt auf. Die Schulter versuchte noch, den Sturz abzufangen – hat aber nicht funktioniert. Danach… kurz schwarz. Ein Blackout?! Sekunden vielleicht. Keine Ahnung. Zeit fühlt sich in solchen Momenten seltsam an.
Der Kopf schmerzt.
Die Schulter ist geprellt. Vielleicht.
Und mein Knie… nun ja.
Sagen wir so: Es war nicht eingeweiht in den Plan, heute besonders stabil zu sein. Hat kurz überlegt, ob es kündigt, und sich dann sehr geräuschvoll gegen den Asphalt entschieden. Funktioniert noch, beschwert sich aber bei jedem Schritt – vermutlich beleidigt.
Ich habe mich aufgerappelt, mich in den Trafic gesetzt und bin extrem vorsichtig nach Hause gefahren. Still. Langsam. Mit diesem dumpfen Pochen im Kopf, das einen daran erinnert, dass man eben kein Fels ist. Dass man Grenzen hat. Auch wenn man sie gerne ignoriert.
Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu bekommen.
Ich schreibe das, weil auch das dazugehört.
Weil wir oft grenzwertig arbeiten.
Weil Helfen nicht nur Wärme schenkt, sondern manchmal auch weh tut – körperlich, im Kopf, im Herzen.

Bilder gibt es nicht.

Wir stellen keine Menschen aus.
Wir stellen keine Orte zur Schau, an denen Menschen Schutz suchen.
Nicht für Reichweite. Nicht für Beifall. Nicht für irgendwen.

Schlaft gut.
Kommt gut nach Hause.
Und passt auf euch auf.