…klirrender Kälte

Bei uns wird nichts und niemand vergessen,  manchmal brauchen gute Sachen einfach nur etwas mehr Zeit, als sonst.

Hier ein weiterer Artikel von Nicole

Heute sind wir bei klirrender Kälte früher rausgefahren, nachdem der Wagen wieder befüllt war.

Der erste Halt führte uns zu einer bekannten Stelle. Dort trafen wir auf eine Person, die bereits Schutz vor der Kälte gesucht hatte.

Wir hielten an und sprachen sie an. Das Angebot, etwas Warmes zu essen und einen heißen Tee zu bekommen, wurde dankbar angenommen. Auch ein paar Süßigkeiten sowie ein Schlafsack wurden gerne entgegengenommen.

Annette kannte die Person bereits, nach einem kurzen Schnack ging es weiter.
Auf dem Weg durch die öffentlichen Bereiche der Innenstadt herrschte an den bekannten Stellen gähnende Leere. Auch an sonst frequentierten Punkten fehlten die „üblichen Verdächtigen“. Stattdessen saß dort ein hilfsbedürftiger Mensch auf dem kalten Boden.

Die Wünsche waren bescheiden. Etwas zu essen und ein heißer Tee reichten aus.

Auch in den öffentlichen Aufenthaltsbereichen blieb es ruhig. Noch einmal fuhren wir durch die öffentlichen Bereiche der Innenstadt. In einem weiteren öffentlichen Bereich, saß eine Person, umringt von prall gefüllten Plastiktüten. Wir hielten an und boten unsere Hilfe an, doch sie wurde abgelehnt.

Auf dem Rückweg machten wir an einer weiteren bekannten Stelle Halt. Das Gelände war sehr dunkel. Wir stiegen aus und suchten mit Taschenlampen die Umgebung ab – ohne Erfolg.

So war dieser Abend, leider oder vielleicht auch Gott sei Dank, von nur wenigen obdachlosen Menschen geprägt. Wir hätten gerne mehr geholfen. Gleichzeitig blieb die Hoffnung, dass viele Menschen sich ein – wenn auch nur etwas – wärmeres Quartier gesucht hatten.

Fazit:

Bei uns wird nichts vergessen,  manchmal brauchen gute Sachen einfach nur etwas mehr Zeit, als sonst.

Hier ein weiterer Artikel von Nicol

Annette und ich haben schon nach kurzer Zeit draußen gefroren. Für uns ist es kaum vorstellbar, bei diesen Temperaturen draußen übernachten zu müssen. Die eigenen vier Wände und das eigene Bett bekamen an diesem Abend einen ganz neuen Wert. Demut und Dankbarkeit machten sich breit.
Und doch werden wir an diesem Wochenende noch oft an diesen Abend denken. Vor allem bleibt zu hoffen, dass alle Menschen, die auf der Straße leben, ein Quartier zum Überleben gefunden haben.