Komm mit….
Was ist Malen, wenn man es verträumt sieht?
Was ist Malen, wenn man für einen Augenblick die Augen schließt
und nicht mehr im Raum sitzt,
sondern irgendwo ganz anders ist?
Vielleicht ist Malen genau das:
ein stiller Schritt aus der Wirklichkeit hinaus,
hinein in eine Welt, die nur für einen selbst existiert.
Wenn der Pinsel die Leinwand berührt,
ist es nicht nur Farbe, die sich verteilt.
Es ist Erinnerung.
Gefühl.
Gedanke.
Manchmal auch etwas, das man lange nicht mehr gespürt hat.
Malen kann bedeuten,
für einen Augenblick wieder Kind zu sein.
Sich treiben zu lassen,
ohne Ziel, ohne Bewertung, ohne richtig oder falsch.
Es kann bedeuten,
die Zeit zu vergessen.
Das Ticken der Uhr zu überhören.
Und stattdessen nur noch das leise Geräusch zu hören,
wenn Farbe über Stoff gleitet.
Es ist wie Meditation.
Wenn im Hintergrund leise eine wunderschöne Musik den Raum füllt,
nicht laut, nicht aufdringlich,
sondern sanft wie ein Atemzug,
dann verändert sich etwas.
Der Raum wird ruhiger.
Gedanken werden langsamer.
Und plötzlich wird der Pinsel nicht mehr nur ein Werkzeug,
sondern eine Verbindung.
Zwischen Hand und Herz.
Zwischen Erinnerung und Gegenwart.
Malen wird dann zu etwas,
das man kaum erklären kann.
Es ist wie ein stilles Gespräch mit sich selbst.
Ohne Worte.
Ohne Fragen.
Ohne Antworten, die man laut aussprechen muss.
Nur das leise Gleiten des Pinsels,
das sanfte Streichen über die Leinwand,
das Mischen von Farben,
die vielleicht gar keinen Namen haben.
Und während im Hintergrund diese leise Musik den Raum füllt,
beginnt etwas,
das man fast vergessen hatte.
Ruhe.
Nicht die Ruhe, die entsteht, wenn alles still ist.
Sondern die Ruhe,
die entsteht, wenn man sich selbst wieder ein Stück näherkommt.
Vielleicht schließen sich dabei die Augen für einen Moment.
Vielleicht bleibt der Pinsel kurz in der Luft stehen.
Vielleicht kommt eine Erinnerung zurück,
die lange geschlafen hat.
Ein Geruch.
Ein Bild aus früheren Zeiten.
Ein Gefühl von damals.
Malen kann Türen öffnen,
die lange verschlossen waren.
Zu Erinnerungen.
Zu Träumen.
Zu Momenten, die irgendwo tief im Inneren
noch immer darauf warten, gesehen zu werden.
Und manchmal…
manchmal ist Malen einfach nur ein Ort,
an dem Einsamkeit für einen Augenblick
leiser wird.
Bevor es UNSICHTBAR e. V. überhaupt gab, gab es ein Projekt.
Ein Projekt, das in Kinderheimen begann.
Es trug einen Namen, der heute noch nachklingt:
„Komm mit auf eine Reise –
Eine Reise für einen Augenblick in eine andere Welt.“
Damals ging es nicht um Perfektion.
Nicht um Kunst im klassischen Sinne.
Es ging um das Fühlen.
Augen schließen.
Den Pinsel spüren.
Die Leinwand fühlen.
Und einfach loslassen.
Viele Kinder haben damals zum ersten Mal erlebt,
wie es ist, sich nicht erklären zu müssen.
Wie es ist, etwas auszudrücken,
ohne Worte zu brauchen.
Und genau diese Idee
trägt heute einen neuen Gedanken in sich.
Unsere Idee: Eine Reise – diesmal für lebensältere Menschen.
Wir möchten in ein Altersheim gehen.
Ganz behutsam.
Ganz freiwillig.
Ohne Druck.
Ohne Erwartungen.
Jeder Mensch dort soll selbst entscheiden dürfen,
ob er Teil dieser Reise werden möchte.
Ganz wichtig ist dabei,
dass die Heimleitung diesen Gedanken mitträgt.
Denn nur gemeinsam kann so ein Projekt wachsen
und zu etwas wirklich Wertvollem werden.
Und genau deshalb suchen wir ein Altersheim
hier in unserer Region,
das gemeinsam mit uns diesen Weg gehen möchte.
Ein Ort,
an dem wir zusammen mit den dort lebenden Menschen
etwas erschaffen dürfen,
das weit über Farbe hinausgeht.
Was macht dieses Projekt?
Wir möchten lebensälteren Menschen zeigen,
dass selbst im hohen Alter noch etwas entstehen kann.
Etwas Eigenes.
Etwas Wertvolles.
Etwas, das Freude bringt –
nicht nur ihnen selbst,
sondern auch anderen.
Wir möchten gemeinsam Kunstwerke malen.
Nicht perfekt.
Nicht geplant.
Sondern ehrlich.
Mit leiser Musik im Hintergrund.
Mit ruhiger Atmosphäre.
Mit einem Raum,
der sich anfühlt wie ein Ort zum Durchatmen.
Wir von UNSICHTBAR e. V. stellen für dieses Projekt
nicht nur Materialien zur Verfügung,
sondern vor allem Zeit.
Herz.
Und den Glauben daran,
dass jeder Mensch etwas in sich trägt,
das gesehen werden darf.
Ich, Holger Brandenburg,
werde selbst Teil dieser Reise sein.
Mit all dem, was ich an Erfahrungen mitbringe.
Mit all dem, was ich gerade selbst fühle.
Vielleicht sogar intensiver als je zuvor.
Und wer weiß…
vielleicht schließen sich noch weitere Menschen an,
die diese Idee genauso spüren wie wir.
Und dann… entsteht etwas ganz Besonderes.
Wenn irgendwann die ersten Bilder fertig sind,
wenn Farben Geschichten erzählen,
wenn Leinwände Erinnerungen tragen,
dann möchten wir diese Werke sichtbar machen.
In einer Vernissage.
Ein Ort schwebt mir bereits vor.
Ein Ort, der zu diesem Gedanken passt.
Doch noch bleibt er ein kleines Geheimnis.
Dort sollen die entstandenen Kunstwerke gezeigt werden.
Nicht als Ausstellung von Perfektion,
sondern als Ausstellung von Leben.
Die Bilder können gegen eine Spende abgegeben werden.
Und all diese Spenden
werden gesammelt.
Nicht für uns.
Nicht für Projekte im Hintergrund.
Sondern für die Menschen,
die diese Kunst geschaffen haben.
Mit dem Erlös möchten wir ihnen Wünsche erfüllen.
Kleine Wünsche.
Große Wünsche.
Herzenswünsche.
Selbstverständlich können die Bilder auch behalten werden,
um die Zimmer, in denen sie wohnen, zu verschönern.
Um jeden Tag daran erinnert zu werden:
Ich habe das geschaffen.
Mit meinen Händen.
Mit meinem Herzen.
Was wir suchen
Wir suchen ein Altersheim,
das offen ist für eine Idee,
die nicht laut ist,
aber tief wirkt.
Ein Altersheim,
das gemeinsam mit uns
etwas wirklich Schönes entstehen lassen möchte.
Etwas, das nicht nur Bilder hervorbringt,
sondern Erinnerungen.
Etwas, das Einsamkeit für einen Moment
ein wenig heller macht.
Etwas, das zeigt:
Es ist nie zu spät,
noch einmal eine Reise zu beginnen.
Eine Reise für einen Augenblick
in eine andere Welt.