Manche Einsätze
Manche Einsätze verlaufen anders als gedacht.
Heute Abend (Dienstag, 05.05.2026) begleitet uns der Regen durch die Straßen. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zu unseren bekannten Anlaufstellen. Für einen unserer Ehrenamtlichen ist es heute eine besondere Fahrt, denn er übernimmt zum ersten Mal selbst die Tour.
Doch die ersten anderthalb Stunden treffen wir niemanden an, dem wir helfen können. Da stellt sich automatisch die Frage: Haben die Menschen bei diesem Wetter irgendwo Schutz gefunden? Sind sie vielleicht in Unterkünften untergekommen? Wir hoffen es.
Unser letzter Halt ist wie so oft der Bahnhof. Hier treffen wir eigentlich immer Menschen an, die Unterstützung brauchen – und auch heute ist das so. Wir verteilen warme Getränke, heiße Suppen und einige Materialien, die den Alltag draußen wenigstens ein kleines bisschen erleichtern können.
Nicht weit entfernt entdecken wir eine Frau in einem Schlafsack. Wirklich geschützt vor dem Regen ist sie nicht. Auch sie nimmt unsere Hilfe dankbar an.
Zum Schluss bleiben wir noch einige Minuten bei einem Mann stehen, reden miteinander und hören einfach zu. Oft sind es genau diese Gespräche, die genauso wichtig sind wie Essen oder Kleidung.
Danach wird es ruhig. Es kommt niemand mehr vorbei. Für uns heißt es Feierabend – mit vielen Gedanken im Kopf und der Hoffnung, dass jeder heute Nacht zumindest ein wenig Wärme mitnehmen konnte.