Allrad und so…..

Viel zu lange ist es her, dass wir einfach mal unseren Senf abgegeben haben. Viel zu lange ist es her, dass wir eine Idee laut ausgesprochen haben, bei der andere vielleicht erst einmal die Stirn runzeln. Und wisst ihr was? Genau so hat bei UNSICHTBAR e.V. schon vieles angefangen.

Als wir den Verein gegründet haben, wurden wir von manchen belächelt. Einige waren überzeugt, dass wir nach kurzer Zeit wieder verschwinden würden. Heute arbeiten wir mit Städten, Behörden, Wohlfahrtsverbänden, Hilfsorganisationen, der Polizei und vielen anderen Partnern zusammen. Nicht, weil wir alles besser können als andere, sondern weil wir unseren Weg konsequent gegangen sind. Aus Ideen wurden Projekte. Aus Träumen wurde Wirklichkeit. Genau deshalb haben wir keine Angst mehr davor, den nächsten Gedanken laut auszusprechen.

Unsere Satzung ist eindeutig. Wir helfen obdachlosen Menschen, bedürftigen Menschen, Familien, altersarmen Menschen und mittlerweile auch Tieren. Und wir dürfen helfen, wenn unsere Region von einer Katastrophe betroffen ist. Die Flut im Jahr 2021 hat uns deutlich gezeigt, wie schnell sich alles verändern kann. Auch wir waren damals unterwegs und haben geholfen, wo wir helfen konnten. Gleichzeitig haben wir aber gemerkt, dass auch wir an Grenzen stoßen. Nicht, weil der Wille fehlt, sondern weil irgendwann die Möglichkeiten fehlen.

Unser Renault Trafic begleitet uns seit vielen Jahren. Er hat unzählige Einsätze gefahren, tausende Kilometer zurückgelegt und unendlich viele Spenden transportiert. Dafür sind wir ihm dankbar. Aber wir merken immer häufiger, dass unsere Aufgaben größer werden. Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten viele Gespräche geführt. Wir haben über einen Pick-up nachgedacht. Wir haben über einen großen Anhänger nachgedacht. Wir haben über einen ähnlichen Transporter wie unseren Trafic nachgedacht – nur eben mit Allrad. Je länger wir darüber gesprochen haben, desto klarer wurde uns aber, dass keine dieser Lösungen das kann, was wir uns für die Zukunft vorstellen.

Wir brauchen keinen Pick-up. Wir brauchen keinen Anhänger. Und wir brauchen auch keinen etwas größeren Trafic. Wir brauchen einen großen Transporter mit Allrad. Einen Transporter, in dem man stehen und arbeiten kann. Einen Transporter mit ausreichend Platz für Material, Spenden und Ausrüstung. Einen Transporter, mit dem wir große Spenden aus unserem Netzwerk abholen können. Einen Transporter, der uns bei Hochwasser, Sturmlagen oder anderen Katastrophen unterstützt, der im Winter bei Kälte und im Sommer bei extremer Hitze genauso seinen Platz hat wie bei unseren nächtlichen Einsätzen. Und einen Transporter, den wir auf Veranstaltungen öffnen können, damit Menschen unsere Arbeit erleben und nicht nur auf Fotos sehen. Wir möchten nicht für jede Aufgabe eine andere Lösung suchen. Wir möchten ein Fahrzeug, das möglichst viele Aufgaben sinnvoll miteinander verbindet.

Natürlich kostet so ein Projekt viel Geld. Das Fahrzeug selbst. Der Ausbau. Die Technik. Die Ausstattung. Darüber machen wir uns keine Illusionen. Aber wenn wir in den vergangenen Jahren eines gelernt haben, dann dieses: Große Projekte beginnen nicht erst dann, wenn alles finanziert ist. Sie beginnen mit einer Idee. Mit einem Ziel. Und mit Menschen, die daran glauben.

Vielleicht lesen heute genau die richtigen Menschen diese Zeilen. Menschen, die den richtigen Ansprechpartner kennen. Menschen bei Volkswagen Nutzfahrzeuge, MAN oder Mercedes-Benz. Menschen aus Autohäusern. Menschen aus Unternehmen, die sagen: „Das ist ein Projekt, das wir unterstützen möchten.“ Vielleicht kennt jemand einen Fahrzeugausbauer. Vielleicht kennt jemand einen Förderer. Vielleicht gibt es Unternehmerinnen oder Unternehmer, die einen Teil dieses Projekts finanziell begleiten möchten. Genau solche Gespräche suchen wir. Nicht, damit unsere Idee in etwas völlig anderes verwandelt wird. Sondern damit sie gemeinsam Wirklichkeit werden kann. Über das Warum haben wir lange genug nachgedacht. Jetzt geht es um das Wie.

Ach ja … fast hätten wir es vergessen.

Das war übrigens nur der erste Streich.

Der zweite folgt zugleich.

Denn neben diesem Fahrzeug beschäftigt uns noch ein weiteres Projekt. Wir suchen seit Längerem ein größeres Lager – gerne mit Büroräumen und einem Raum für Besprechungen, Schulungen oder kleine Veranstaltungen. Am liebsten in Hagen oder der näheren Umgebung. Vielleicht kennt jemand eine passende Immobilie. Vielleicht kennt jemand einen Vermieter oder ein Unternehmen, das uns auf diesem Weg unterstützen möchte. Auch darüber freuen wir uns sehr.

Und keine Sorge …

Das waren noch längst nicht alle Ideen.

Aber irgendwo muss man ja anfangen.

Euer Team von UNSICHTBAR e.V.