Einsamkeit, Winter & so.

Einsamkeit, Winter & so.

Wo sind sie eigentlich, all die Menschen, die über Einsamkeit schreiben?

Wo sind die, die sagen, man müsse als Gesellschaft zusammenhalten?

Denn während darüber diskutiert wird, stehen da draußen Menschen, für die Schnee und Glätte kein Winterthema sind, sondern ein Risiko.

Lebensältere Menschen. Menschen mit Behinderungen. Menschen, die jeden Schritt abwägen müssen, weil ein Sturz kein Missgeschick ist, sondern oft der Anfang vom Verlust von Selbstständigkeit, Sicherheit und Teilhabe.

Ein vereister Gehweg ist kein Detail. Er entscheidet darüber, ob jemand nach Hause kommt oder liegen bleibt.

Ob jemand sich noch raus traut – oder ab diesem Tag lieber drin bleibt. Allein.

Bei UNSICHTBAR reden wir nicht nur über Zusammenhalt.
Wir schauen hin, wir wollen helfen, wo es geht – und wir wissen, dass manchmal schon ein gemeinsamer Weg nach Hause mehr bewirkt als jedes gut gemeinte Wort.

Es braucht Aufmerksamkeit.
Ein kurzes Innehalten.
Ein „Soll ich ein Stück mitgehen?“

Wenn man sich ohnehin von A nach B bewegt, kann man auch jemanden begleiten.

Niemand verliert dabei etwas.
Aber jemand anderes gewinnt Halt.
Sicherheit.
Würde.

Also schaut hin.
Fragt eure Nachbarn.
Lasst Menschen nicht allein kämpfen, nur weil der Boden glatt ist und der Mut fehlt, um Hilfe zu bitten.

Und bitte hört auf, Einsamkeit als Thema zu behandeln, das man diskutiert.

Einsamkeit entsteht nicht in Texten. Sie entsteht dort, wo wir wegsehen.

Wenn wir weiter über Einsamkeit reden wollen, dann beweist wenigstens, dass ihr meint, was ihr sagt.

Nicht online.
Nicht später.
Draußen.
Auf dem Gehweg.
Vor der Haustür.
Jetzt.