Periodenarmut

Gestern, also am 16.04., waren Imke und ich, Bea in Schwelm unterwegs.

Wir haben uns dort mit profamilia EN-Südkreis und der Wohnungslosenhilfe Schwelm der Diakonie Mark-Ruhr gem. GmbH getroffen, um gemeinsam die diesjährige Aktion gegen Periodenarmut vorzubereiten.

Diese Aktion findet am 3. Juni in der Schwelmer Innenstadt bei dm statt.
Ab sofort können dort Hygieneartikel gespendet werden, die dann gezielt an Menschen weitergegeben werden, die sie dringend benötigen.

Für viele klingt das Thema vielleicht erst einmal nach etwas, das weit weg ist oder nur wenige betrifft. Aber genau das ist es nicht. Periodenarmut gibt es auch hier bei uns – mitten in Deutschland.

Von Periodenarmut spricht man, wenn Mädchen und Frauen nicht genug Geld haben, um sich notwendige Menstruationsprodukte wie Binden oder Tampons zu kaufen. Manche greifen dann aus Not zu Papier, Stoffresten oder anderen ungeeigneten Materialien – was gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann.

Und das ist kein seltenes Problem:
Fast ein Viertel der Mädchen und Frauen in Deutschland hat zeitweise Schwierigkeiten, sich ausreichend mit Hygieneartikeln zu versorgen.

Was viele nicht wissen:
Menstruationsprodukte kosten Geld – jeden Monat. Im Laufe eines Lebens können dabei mehrere tausend Euro zusammenkommen. Für Menschen, die ohnehin wenig Geld haben, wird das schnell zu einer echten Belastung.

Genau deshalb ist diese Aktion so wichtig.
Denn es geht nicht nur um Hygieneartikel.
Es geht um Würde.
Um Gesundheit.
Und um Teilhabe.
Wenn Mädchen oder Frauen keine passenden Produkte haben, bleiben sie manchmal zu Hause – aus Scham oder weil sie Angst vor unangenehmen Situationen haben. Das kann dazu führen, dass sie Schule, Ausbildung oder Arbeit verpassen.

Gerade für obdachlose oder sehr arme Frauen ist das Thema besonders belastend. Sie müssen oft entscheiden, ob sie Geld für Essen oder für Hygieneartikel ausgeben – und diese Entscheidung sollte eigentlich niemand treffen müssen.
Darum zählt jede einzelne Spende.
Jede Packung Binden.
Jeder Karton Tampons.
Jede kleine Unterstützung.
Denn am Ende bedeutet jede Spende ein Stück Erleichterung für jemanden, der sonst vielleicht allein mit diesem Problem dasteht.
Und genau deshalb bereiten wir diese Aktion mit so viel Herz vor.

Weil es Themen gibt, über die man sprechen muss.Und weil es Probleme gibt, die man gemeinsam lösen kann – Schritt für Schritt.