Entenyoga

Manchmal braucht es keine großen Worte. Keine Einsätze. Keine Blaulichter. Manchmal reichen ein paar Enten, das leise Plätschern des Wassers und ein Ort, an den einen Erinnerungen zurückbringen.

An meinem Geburtstag letzte Woche bin ich genau dorthin gefahren. An einen Ort, an dem ich früher mit Oma unzählige Male spazieren war. Dort war alles so, wie ich es in Erinnerung hatte: Ruhe, frische Luft und dieses Gefühl, für einen Moment einfach loslassen zu können.

Genossen habe ich diesen Tag aber nicht allein.

Obwohl ich mich eigentlich in meiner wohlverdienten Auszeit befand, habe ich über unser Lebensälteren-Projekt MARTHA HILFT eine Dame mitgenommen, die für ein paar Stunden nicht allein sein musste. Wir haben Enten beobachtet, geredet, gelacht und einfach den Tag genossen. Mehr brauchte es gar nicht.

Ich habe an diesem Tag etwas mitgenommen, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Gelassenheit. Worte, die nach Leben klangen. Gedanken, die nur Menschen haben, die vieles erlebt haben. Ich habe zugehört, geschmunzelt und gemerkt, dass Lebenserfahrung oft leiser spricht als alles andere – aber dafür viel mehr sagt. Manchmal glaubt man, man schenkt einem Menschen Zeit. Und am Ende ist man selbst derjenige, der beschenkt wird.

Es sind genau diese kleinen Momente, die man nicht planen kann. Keine Fotos, keine große Geschichte, kein besonderer Anlass. Einfach zwei Menschen auf einer Bank, Enten auf dem Wasser und Gespräche, die in Erinnerung bleiben.

Und wisst ihr was? Genau das ist für mich auch Ehrenamt.

Nicht immer laut. Nicht immer spektakulär. Nicht immer ein Einsatz mitten in der Nacht.

Manchmal ist Ehrenamt ruhig. Manchmal ist es gelassen. Manchmal besteht es einfach nur daraus, einem Menschen Gesellschaft zu schenken.

Und manchmal… ist es einfach voller Enten.