Ein Tag geht vorüber….
WAS DENN SO ALLES PASSIERT IST …
Manchmal fragt man sich am Ende eines Tages, wo eigentlich die ganzen Stunden geblieben sind. Und manchmal fragt man sich, wie man es überhaupt geschafft hat, in diese Stunden so viel hineinzupacken.
Wer gestern in Richtung Ronsdorf unterwegs war und hinter der Blombachtalsperre unseren Straßenkangoo auf einem Parkplatz stehen gesehen hat, dem kann ich das Rätsel gerne auflösen.
Das war ich.
Ich war auf dem Weg nach Cronenberg. Und nein, ich stand dort nicht, weil ich plötzlich meine Leidenschaft für einsame Parkplätze entdeckt hatte. Ich war schlicht und ergreifend hundemüde. So müde, dass ich beschlossen habe, eine Pause einzulegen, bevor meine Müdigkeit entscheidet, wie die Fahrt weitergeht.
Und falls jemand besonders lustige Bilder von unserem geparkten Kangoo gemacht haben sollte, schickt sie doch einfach rüber. Hebt sie nicht so lange auf. Am Ende verstauben sie noch zwischen den anderen 14.000 Bildern auf eurem Handy.
Ein paar viele Stunden vorher hatte ich mich spät in der Nacht mit Jörg getroffen. Wir wollten uns ein wenig in der Gegend umsehen und einer Meldung in Wuppertal nachgehen.
Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass die Versorgung der Menschen dort durch die verschiedenen Hilfsorganisationen recht gut aufgestellt ist.
Nun ja. Manchmal unterscheiden sich das, was man glaubt zu wissen, und das, was man tatsächlich vorfindet.
Vor Ort bekamen wir jedenfalls einiges zu hören. Und mit einiges meine ich nicht gerade ein freundliches Gespräch über das Wetter.
Irgendwann musste ich dem lauten Geschimpfe allerdings Einhalt gebieten. Nicht, weil ich die Sorgen oder den Ärger des Menschen nicht ernst genommen hätte, sondern weil ich schlichtweg nicht mitreden konnte.
Ich kenne nicht alle Hilfsangebote in Wuppertal. Ich weiß, dass die Wuppertaler Tafel tatsächlich an 365 Tagen im Jahr eine kostenlose warme Mahlzeit anbietet. Aber was andere Einrichtungen und Vereine leisten, wann sie helfen und welche Möglichkeiten sie haben, das weiß ich nicht ausreichend.
Und über etwas, das ich nicht weiß, werde ich auch kein Urteil fällen.
Das überlasse ich gerne den Menschen, die grundsätzlich alles wissen, obwohl sie nirgendwo dabei gewesen sind.
Wir jedenfalls konnten einen Menschen zurücklassen, der bei ungefähr acht Grad Außentemperatur für diese Nacht erst einmal mit dem Nötigsten versorgt war.
Nicht mehr. Aber eben auch nicht weniger.
Auf dem Rückweg ging es noch nach Hagen. Dort hatten wir dann auch noch einen kleinen Polizeieinsatz ausgelöst, der sich glücklicherweise schnell aufklärte.
Und irgendwann schaute ich mich in der Stadt um und murmelte so in meinen Bart:
„Boah, ist hier wenig los. Keine Menschenseele auf der Straße. Fast wie ausgestorben. Selbst an den bekannten Hotspots vielleicht ein oder zwei Menschen.“
Jörg lächelte und sagte ganz trocken:
„Joahr, dann haben wir wohl gute Arbeit geleistet.“
Ich musste schmunzeln.
Ob es tatsächlich daran lag, weiß ich nicht. Und ich werde mich hüten, mir etwas auf die Fahne zu schreiben, das ich nicht beurteilen kann.
Vielleicht hat es sich aber auch einfach bewährt, dass wir den Menschen dort immer und immer wieder Informationen über die vorhandenen Notunterkünfte mitgegeben haben.
Denn eines muss man Hagen wirklich lassen: Was die Stadt in diesem Bereich anbietet, ist nach unseren Erfahrungen im Vergleich zu vielen anderen Städten schon eine echte Ausnahme.
Die Notunterkünfte sind 24 Stunden am Tag erreichbar, tagsüber gibt es Ansprechpartner vor Ort, und morgens und abends werden die Bewohner durch eine Cateringfirma mit Essen versorgt.
Und da muss ich tatsächlich mal ein Lob loswerden.
Das Essen sieht nicht nur gut aus, es scheint auch wirklich lecker zu sein.
Nein, ich habe es nicht probiert. Warum auch? Es ist schließlich für die Menschen dort gedacht und nicht für mich oder unsere Straßenhelfer.
Aber wenn man sieht, was dort auf den Tisch kommt, wenn einem der Duft in die Nase steigt und man dann noch hört, was die Bewohner darüber erzählen, dann braucht man nun wirklich kein Sternekoch zu sein, um zu ahnen, dass es schmecken muss.
Und das ist doch etwas Schönes.
Man muss schließlich nicht immer alles schlechtreden. Weder in den sozialen Medien noch gegenüber der Presse. Und wenn man die tatsächlichen Gegebenheiten nicht kennt, darf man auch einfach mal still sein, statt die gute Arbeit anderer schlechtzumachen, nur um selbst als der große Samariter dazustehen.
Vielleicht haben also tatsächlich einige Menschen die Angebote angenommen und dadurch einen sicheren Platz für die Nacht gefunden.
Wissen kann ich es nicht. Aber der Gedanke gefällt mir.
Denn unser Ziel war noch nie, möglichst viele Menschen auf der Straße anzutreffen, damit wir möglichst viel zu tun haben.
Unser Ziel ist, dass irgendwann möglichst wenige Menschen überhaupt auf der Straße schlafen müssen.
Und wenn wir durch unsere Arbeit, durch Gespräche und manchmal einfach nur durch die Weitergabe einer Adresse ein kleines Stück dazu beitragen können, dann haben wir verdammt viel richtig gemacht.
Vielleicht war die ungewöhnliche Ruhe in Hagen aber auch nur die berühmte Ruhe vor dem Sturm.
Denn am nächsten Samstag, dem 31. Oktober, ist Halloween.
Und neben den üblichen gruseligen Gestalten, die dann durch die Straßen ziehen, hat sich für diesen Tag auch die Generation Z mit bundesweiten Demonstrationen angekündigt.
Es geht unter anderem um Bildung, steigende Lebenshaltungskosten, Klimaschutz und die Wehrpflicht.
Die Organisatoren betonen ausdrücklich, dass sie friedlich demonstrieren wollen. Gleichzeitig beobachten die Sicherheitsbehörden mögliche Versuche gewaltbereiter Gruppen, diese Proteste für ihre Zwecke zu missbrauchen.
Nun, junge Menschen dürfen und sollen ihre Stimme erheben. Sie dürfen unzufrieden sein, demonstrieren und Veränderungen fordern.
Das ist ihr gutes Recht.
Ich hoffe nur, dass niemand auf die ziemlich bescheuerte Idee kommt, aus friedlichem Protest einen Wettbewerb im Steinewerfen oder Zerstören zu machen.
Denn wer für eine bessere Zukunft demonstriert, sollte nicht damit anfangen, die Gegenwart anderer Menschen kaputtzumachen.
Und Halloween ist schließlich auch ohne brennende Mülltonnen gruselig genug.
Für mich persönlich beginnt das Gruseln allerdings schon am kommenden Dienstag, dem 27. Oktober.
An diesem Tag ist es genau ein Jahr her, dass meine Wohnung brannte.
Ein Tag, den ich sicherlich niemals vergessen werde.
Nicht nur wegen des Feuers. Nicht nur, weil ich damals beinahe mein Leben verloren hätte.
Sondern auch wegen der Menschen.
Ich durfte wieder einmal erfahren, was Freundschaft bedeutet. Wer da ist, wenn es wirklich darauf ankommt. Wer nicht lange fragt, sondern einfach hilft.
Und ich durfte auch wieder einmal diejenigen kennenlernen, die offenbar Meister darin sind, aus ein bisschen Halbwissen eine vollständige Geschichte zu basteln.
Nein, bei mir ist nicht einfach das Essen auf dem Herd angebrannt.
Es ist etwas ganz anderes passiert. Etwas, das mich beinahe das Leben gekostet hätte.
Aber manche Menschen erzählen lieber eine Geschichte weiter, als sich einmal die Mühe zu machen, nach der Wahrheit zu fragen.
Ich nage noch heute an diesem Tag.
Es gibt Situationen, in denen ich plötzlich aufschrecke. Geräusche, Gerüche oder Augenblicke, die etwas zurückholen, das ich eigentlich längst hinter mir lassen möchte.
Dann ist es für einen Moment wieder da.
Dieses Gefühl.
Diese Erinnerung.
Diese Angst.
Und nein, das ist nicht schön. Auch nicht nach einem Jahr.
Und dann sind da noch die Erinnerungen an meine Mutter.
Gerade jetzt drängen sie sich wieder völlig ungebremst in meinen Kopf.
Vor einem Jahr, als meine Wohnung brannte, lebte sie noch. Sie war noch da. Und allein dieser Gedanke tut heute verdammt weh.
Und da war noch ein anderer Mensch – jemand, der in meinem Leben unglaublich wichtig war und in dieser schweren Zeit an meiner Seite stand, wie es kaum jemand sonst getan hat.
Manchmal begreift man erst viel später, wie wertvoll es war, jemanden an seiner Seite zu haben. Jemanden, der nicht nur sagt, dass er für einen da ist, sondern es auch wirklich ist.
Wenn ich heute an diesen 27. Oktober zurückdenke, erinnere ich mich deshalb nicht nur an das Feuer, die Angst und die Momente, in denen mein Leben beinahe zu Ende gewesen wäre.
Ich denke auch an die Menschen, die damals noch Teil meines Lebens waren. An Nähe und Geborgenheit. Daran, wie anders meine Welt vor gerade einmal einem Jahr noch aussah.
Und manchmal ist es gar nicht das Feuer, das in der Erinnerung am meisten schmerzt.
Sondern das, was inzwischen fehlt.
Es zeigt mir aber auch, wie schnell sich ein Leben verändern kann. Wie selbstverständlich wir morgens aufstehen und glauben, abends wieder genauso ins Bett zu gehen.
Bis zu dem Tag, an dem plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist.
Und irgendwann endet auch dieser Tag.
So wie der gestrige endete. Und der heutige enden wird.
Die Tage kommen und gehen. Manche vergessen wir, manche bleiben für immer. Manche bringen uns zum Lachen, andere hinterlassen Spuren, die kein Mensch sehen kann.
Vielleicht sollten wir gerade deshalb ein wenig vorsichtiger miteinander umgehen.
Mit dem, was wir sagen.
Mit dem, was wir behaupten.
Und vor allem mit dem, was wir über andere Menschen verbreiten.
Und damit bin ich bei etwas, das mir in diesen Tagen ganz besonders am Herzen liegt.
WÜRDE WAHREN – ELEND IST KEIN CONTENT.
Unsere Kampagne, mit der wir etwas verändern wollen, das längst viel zu selbstverständlich geworden ist.
Menschen in Not zu fotografieren. Ihr Elend zu filmen. Ihre Hilflosigkeit öffentlich zur Schau zu stellen.
Und das alles für ein paar Likes, Kommentare und vielleicht ein bisschen Aufmerksamkeit.
Ich möchte euch wirklich bitten, euch einmal mit dieser Kampagne auseinanderzusetzen.
Und zwar nicht nur, indem ihr unter unseren Beiträgen einen Daumen nach oben setzt.
Nicht nur, indem ihr schreibt, wie toll ihr unsere Arbeit findet.
Sondern indem ihr euch auf unserer Webseite eintragt und mit eurem Namen, eurem Verein, eurer Einrichtung oder eurem Unternehmen sichtbar dahintersteht.
Denn es geht um etwas, das uns alle angeht.
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR.
Das ist kein hübscher Satz, den man sich bei Gelegenheit mal an die Wand hängt.
Das ist Artikel 1 unseres Grundgesetzes.
Und der gilt auch nachts um drei.
Er gilt für den Menschen, der betrunken auf dem Gehweg liegt. Für die Frau, die weinend auf einer Parkbank sitzt. Für den Mann, der unter einer Brücke schläft. Für den Menschen, der gerade von einem Rettungsdienst versorgt wird.
Er gilt für jeden Menschen.
Auch dann, wenn niemand hinschaut.
Und erst recht dann, wenn plötzlich jemand sein Handy zückt.
Denn genau das ist inzwischen zu einer erschreckenden Selbstverständlichkeit geworden.
Da wird fotografiert, während andere helfen.
Da wird gefilmt, während Menschen um ihre Gesundheit oder sogar um ihr Leben kämpfen.
Da wird drauflosgeknipst, als wäre menschliches Leid eine Sehenswürdigkeit, für die man Eintritt bezahlt hätte.
Und anschließend landet das Ganze im Internet.
Mitunter versehen mit einem dramatischen Text, ein paar traurigen Emojis und der scheinbar mitfühlenden Frage, wie schlimm unsere Gesellschaft doch geworden sei.
Ja, wie schlimm ist sie eigentlich geworden?
Wenn wir Menschen lieber filmen, als ihnen zu helfen?
Wenn wir ihre Gesichter veröffentlichen, ohne sie überhaupt um Erlaubnis zu fragen?
Wenn wir über ihr Schicksal urteilen, ohne ihre Geschichte zu kennen?
Und wenn wir anschließend auch noch Beifall dafür bekommen?
EIN MENSCH IN NOT IST KEIN MOTIV. KEIN KLICK. KEIN CONTENT.
Was viele dabei überhaupt nicht bedenken, sind die möglichen Folgen.
Ein einziges Foto kann den Schlafplatz eines obdachlosen Menschen verraten.
Es kann zeigen, wo sich jemand aufhält, der aus guten Gründen vielleicht gerade nicht gefunden werden möchte.
Es kann Menschen bloßstellen, erniedrigen, ihre Sicherheit gefährden und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben.
Und das nur, weil irgendjemand unbedingt ein Bild machen musste.
Ein Bild, das vielleicht nach ein paar Stunden schon wieder vergessen ist.
Für den Menschen, der darauf zu sehen ist, können die Folgen allerdings bleiben.
Und wisst ihr, was mich daran besonders beschäftigt?
Dass wir mit unserer Kampagne inzwischen sogar den Einsatzkräften gegenüber Worte der Entschuldigung finden müssen.
Für Menschen, die offenbar nicht verstanden haben, dass Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und andere Helfende keine Kulisse für die eigene Selbstdarstellung sind.
Dass ein Unfallort kein Fotostudio ist.
Dass ein Rettungseinsatz keine Liveveranstaltung ist.
Und dass ein Mensch, der gerade seine schlimmsten Minuten erlebt, nicht auch noch damit leben müssen sollte, dass irgendjemand diese Minuten für die Ewigkeit im Internet festhält.
Wir reden so viel über Respekt.
Über Menschlichkeit.
Über Zusammenhalt.
Aber was sind all diese schönen Worte eigentlich noch wert, wenn wir nicht einmal mehr die Kamera ausmachen können, wenn ein anderer Mensch leidet?
MAN KANN AUCH HELFEN, OHNE DASS ES EIN FOTO DAVON GIBT.
Man kann Gutes tun, ohne seine Kamera einzuschalten.
Man kann Mitgefühl zeigen, ohne es öffentlich beweisen zu müssen.
Und man kann über Armut, Obdachlosigkeit und menschliche Schicksale berichten, ohne den betroffenen Menschen dafür auch noch das Letzte zu nehmen, was ihm geblieben ist.
Seine Würde.
Ich weiß, dass diese Kampagne nicht überall auf Begeisterung stößt.
Vielleicht, weil sich der eine oder andere plötzlich mit seinem eigenen Verhalten beschäftigen müsste.
Vielleicht, weil Fotos von menschlichem Elend Aufmerksamkeit bringen und sich Aufmerksamkeit inzwischen für manche Menschen zu einer Art Währung entwickelt hat.
Aber Aufmerksamkeit ist nicht dasselbe wie Hilfe.
Und ein Mensch, der friert, wird nicht dadurch warm, dass sein Foto tausendmal geteilt wird.
Ein obdachloser Mensch bekommt kein Dach über dem Kopf, weil unter seinem Bild hundert traurige Emojis stehen.
Und einem Menschen, der gerade um sein Leben kämpft, hilft auch kein besonders spektakuläres Video.
Was hilft, sind Menschen, die handeln.
Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Menschen, die im richtigen Moment wissen, wann man hinsehen, wann man hingehen und wann man sein verdammtes Handy einfach mal in der Tasche lassen sollte.
Und genau dafür steht WÜRDE WAHREN.
Auch wenn dieses Thema noch immer nicht überall gerne gesehen wird und sicherlich manchem unbequem ist, werden wir nicht damit aufhören.
Im Gegenteil.
Mit unserer Kampagne wird in nächster Zeit noch einiges passieren. Wir haben viel vor. Und ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam etwas verändern können.
Aber dafür brauchen wir Menschen, die nicht nur zustimmend nicken, sondern auch bereit sind, sichtbar für diese Haltung einzustehen.
Vereine. Unternehmen. Schulen. Einrichtungen. Privatpersonen.
Menschen, denen Würde nicht nur dann wichtig ist, wenn sie selbst betroffen sind.
Deshalb noch einmal meine ganz persönliche Bitte:
BESUCHT WWW.WUERDE-WAHREN.DE UND TRAGT EUCH EIN.
Zeigt, dass ihr dahintersteht.
Nicht hinter mir. Nicht hinter einem einzelnen Verein.
Sondern hinter einer Haltung, die eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Vielleicht können wir damit nicht die ganze Welt verändern.
Aber wenn irgendwann jemand vor einem hilflosen Menschen steht, sein Handy bereits in der Hand hält und dann doch beschließt, es wieder einzustecken, weil ihm unsere Worte eingefallen sind, dann haben wir bereits etwas erreicht.
Vielleicht erreichen wir sogar diejenigen, bei denen man manchmal das Gefühl hat, dass nicht nur die Fassade, sondern auch das Herz aus Stein besteht.
Denn selbst Stein lässt sich mit der Zeit verändern.
Und wenn es nur ein kleiner Riss ist, durch den irgendwann wieder ein bisschen Menschlichkeit dringt.
Bevor ich aber zum Ende komme, möchte ich noch etwas loswerden.
Ein dickes Dankeschön an Jörg, der wieder einmal mitten in der Nacht mit dabei war.
Ich habe ja langsam das Gefühl, dass er sich mit jeder gemeinsamen Tour ein kleines bisschen mehr in das verliebt, was wir bei UNSICHTBAR e.V. tun.
Und ganz ehrlich, Jörg, ich kann dich da sogar verstehen.
Gerade mitten in der tiefsten Nacht, wenn andere längst in ihren warmen Betten liegen, freiwillig unterwegs zu sein, verdient meinen Respekt.
Und dieser Respekt gilt selbstverständlich auch all unseren anderen Mitgliedern.
Menschen, die immer wieder ihre Freizeit, ihre Kraft und manchmal auch ihren wohlverdienten Schlaf opfern, um für andere da zu sein.
Die nicht erst fragen, ob es dafür einen Applaus gibt.
Die einfach machen.
Das ist nämlich alles andere als selbstverständlich.
Ehrenamt bedeutet nicht, dass jemand nichts Besseres zu tun hat. Es bedeutet, dass jemand etwas anderes für wichtiger hält.
Und genau das verdient nicht nur ein gelegentliches Dankeschön, sondern echte Wertschätzung.
Danke, Jörg. Und danke an alle, die UNSICHTBAR e.V. mit ihrem Einsatz, ihrer Zeit und vor allem mit ihrem Herzen zu dem machen, was unser Verein heute ist.
Und damit endet auch diese Geschichte aus ein paar Stunden, in denen mal wieder einiges passiert ist.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Passt auf euch auf. Tut Gutes. Und ja, redet ruhig darüber.
Aber lasst das Handy stecken, wenn ihr Menschen in Situationen begegnet, in denen niemand freiwillig fotografiert werden möchte.
Denn nicht alles, was man sehen kann, muss man auch zeigen.
Und nicht alles, was man erlebt, gehört ins Internet.
Manchmal ist das Wertvollste, was wir einem anderen Menschen geben können, eben kein Foto, kein Like und kein Kommentar.
Sondern ein bisschen Zeit. Ein offenes Ohr. Eine helfende Hand.
Und die Gewissheit, auch im schlimmsten Moment seines Lebens noch als Mensch gesehen zu werden.
HINSEHEN – HINGEHEN – HELFEN.
WÜRDE WAHREN – ELEND IST KEIN CONTENT.
www.wuerde-wahren.de
Warum?
Weil’s wichtig ist.