Einladung des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz – Sozialpsychiatrischer Dienst der Stadt Hagen

Wir durften zum wiederholten Mal auf Einladung des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz – Sozialpsychiatrischer Dienst der Stadt Hagen an der Regionalplanungskonferenz Wohnen 2026 teilnehmen.

Neben verschiedenen Bereichen der Stadt Hagen waren unter anderem die Diakonie, der LWL und weitere Fachstellen vertreten. Wir haben an der Arbeitsgruppe „Hürden bei der Wohnungssuche“ teilgenommen.

Dabei ging es um eine Frage, die uns in unserer Arbeit immer wieder begegnet: Welche Schwierigkeiten haben wohnungslose Menschen, wenn sie wieder eine eigene Wohnung finden möchten? Und was muss sich verändern, damit dieser Weg überhaupt wieder möglich wird?

Besonders beeindruckt hat uns der Beitrag von Menschen, die genau diesen Weg geschafft haben. Menschen, die mit Unterstützung der Diakonie heute wieder in einer eigenen Wohnung leben. Ihnen zuzuhören, war nicht nur interessant, sondern vor allem hoffnungsvoll. Denn es zeigt: Es kann gelingen.

Gleichzeitig wurde dabei noch einmal sehr deutlich, wie viel dazugehört, einen Menschen auf diesem Weg zu begleiten. Fachwissen, Zeit, Geduld, Unterstützung und Menschen, die wissen, welche Schritte notwendig sind.

Und genau deshalb macht es Sinn, wenn wir nachts auf der Straße immer wieder sagen: Geht zur Wohnungslosenhilfe. Nehmt die Unterstützung an. Dort gibt es Menschen, die euch auf diesem Weg begleiten können.

Wir als Ehrenamtliche können vieles. Wir können nachts da sein, zuhören, versorgen, Vertrauen aufbauen und vielleicht auch die eine oder andere Tür wieder ein kleines Stück öffnen.

Aber wir können und wollen professionelle Sozialarbeit nicht ersetzen.

Unsere Aufgabe ist deshalb auch, Menschen auf der Straße immer wieder darin zu bestärken, Vertrauen zu den professionellen Einrichtungen aufzubauen und deren Hilfe anzunehmen. Und manchmal braucht genau das eben Zeit.

Viel wird darüber gesprochen, wie gute Obdachlosenhilfe aussehen sollte. Über Vernetzung, klare Zuständigkeiten und darüber, Ehrenamt und professionelle Hilfe sinnvoll miteinander zu verbinden.

Für uns ist das längst keine Theorie mehr. Wir arbeiten seit Jahren genau so.

Und trotzdem entwickeln auch wir uns weiter.

Nach inzwischen zwölf Jahren Obdachlosenhilfe haben wir unglaublich viel erlebt und vor allem viel gelernt. Und zwölf Jahre Erfahrung bedeuten eben auch, die eigene Arbeit immer wieder zu hinterfragen und bereit zu sein, Dinge weiterzuentwickeln.

Genau das werden wir tun.

Unsere Obdachlosenhilfe wird sich künftig verändern. Nicht, weil das, was wir bisher gemacht haben, falsch war. Sondern weil wir heute Dinge wissen, die wir vor zwölf Jahren noch gar nicht wissen konnten.

Was das genau bedeutet und wohin dieser Weg führen wird, darüber werden wir zu einem anderen Zeitpunkt ausführlicher sprechen.

Heute nehmen wir von dieser Konferenz vor allem eines mit:

Unser Weg, eng mit Städten, Fachstellen und professionellen Einrichtungen zusammenzuarbeiten, ist richtig.

Und vielleicht dürfen wir nach einem solchen Tag auch einmal ein bisschen stolz sagen:

Während andernorts noch darüber gesprochen wird, wie Zusammenarbeit funktionieren kann, sind wir längst mittendrin.

Nicht nebeneinander. Nicht gegeneinander. Sondern miteinander – und mit dem Wissen, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann.

Und genau da wollen wir auch bleiben. 💚💙

Danke für die Einladung, die vielen interessanten Einblicke und den offenen Austausch.

Eure Bea