Polizeimeldungen

Die einen so, die anderen so.

Die Polizeimeldungen werden nicht weniger – und das ist auch gut so. Also nicht, was die Zahl obdachloser Menschen angeht, die dürfte aus unserer Sicht gerne deutlich geringer sein. Was uns aber stolz macht, ist zu wissen, dass unsere Freunde von der Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen uns immer auf dem Schirm haben, wenn jemand Hilfe braucht, der in unseren Bereich der Unterstützung fällt.

Es macht uns stolz und auch ein bisschen glücklich zu wissen, dass wir die Ehre haben dürfen, mit diesen besonderen Beamtinnen und Beamten zusammenzuarbeiten.

Heute schreibe ich mal nicht an einer Tankstelle. Heute stehe ich irgendwo in Hagen – an einem Ort, an dem man dann doch lieber im Auto sitzen bleibt, als sich alleine auf der Straße zu bewegen.

Warum ich alleine unterwegs bin, werde ich gefragt.

„Weil ihr mich braucht“, antworte ich.

Der Mann, wegen dem ich gerufen wurde, vergleicht mich mit einem Engel. Ein anderer obdachloser Herr weiß seine Gefühle gar nicht in Worte zu fassen, als er zum wiederholten Mal einen Schlafsack bekommt. Und wieder ein anderer möchte gerne mal etwas Besonderes bekommen.

Ich verspreche ihm beim nächsten Mal eine Cocktailkirsche zu seinem Kaffee.

Er fängt an zu strahlen und sagt mit lachender Stimme:

„Schön, dass es noch genauso bekloppte Menschen wie mich gibt.“

Ich schaue ihn böse an.

Er wirkt verwirrt.

Dann fange ich an zu lachen.

Er verdreht die Augen und sagt:

„Mist, drauf reingefallen.“

Viele kennen mich beim Namen. Sie fragen, warum ich eine Zeit lang nicht da war. Dann, wenn sonst niemand mehr unterwegs ist. Dann, wenn sie sich Sorgen machen, weil kaum jemand so irre ist und zu diesen Zeiten alleine unterwegs ist.

„Frag mal deine Freunde“, ruft einer aus dem Hintergrund. „Die werden dir sagen, was für schräge Typen hier unterwegs sind und was die so bei sich tragen. Dann wird dir ganz anders. Und du bist so bekloppt und fährst genau dann raus, wenn es am gefährlichsten ist.“

Ich drehe mich zu ihm um und sage:

„Früh aufstehen ist nicht so meins. Dann erscheine ich lieber später.“

Auf die Frage, warum ich etwas kürzergetreten bin, habe ich nicht geantwortet.

Und so, wie wir manchmal keine Antworten von ihnen bekommen, haben sie diesmal keine Antwort von mir bekommen.

Genauso wie wir das respektieren, respektieren sie das auch bei mir.

Manchmal sind irgendwie die besseren Menschen diejenigen, die es nicht nötig haben zu lügen. Diejenigen, die dir ins Gesicht sagen, wenn sie dich scheiße finden, weil sie ehrlich sind. Die ehrlich nachdenken können. Und diejenigen, die loyal sind – vielleicht nicht vollkommen, aber immer noch mehr als so manch einer in unserer ach so tollen Gesellschaft.

Ich durfte wieder etwas Gutes tun.

Ich durfte lachen.

Ich durfte mit nachdenken, Informationen verteilen, die zu Einrichtungen führen, in denen ihnen geholfen werden kann.

Und ich durfte wieder Momente erleben, die unsere einzigartige Vereinsarbeit in all ihren Konzeptpunkten vollkommen bestätigen.

Und wenn genau du – ja, genau du – Eier in der Hose hast und genau so etwas einmal erleben möchtest, dann schreib uns an. Bewirb dich für unser Ehrenamt.

Was Eier in der Hose mit all dem zu tun haben?

Das erklären wir dir gerne bei einem gemeinsamen Gespräch.

Denn manchmal braucht es nicht nur ein großes Herz, sondern auch den Mut, nachts loszufahren, Menschen ohne Vorurteile zu begegnen, Verantwortung zu übernehmen und dann da zu sein, wenn andere längst schlafen.

Den Rest erzählen wir dir persönlich.