Andreas und Nicole auf Tour

Heute waren Andreas und ich (Nicole) mal wieder gemeinsam unterwegs. Wir haben gemeinsam den Wagen gepackt und uns darauf verständigt, dieses Mal nur Hagen anzusteuern. Wir waren recht früh unterwegs und insgeheim hatte ich nicht mit viel Zulauf gerechnet…aber manchmal kommt es eben anders. Zu Beginn fuhren wir die bekannte Stelle in Hohenlimburg an. Der dort tatsächlich ansässige Mann war bescheiden, eine Suppe und noch etwas zum Naschen und er war zufrieden. Wir fuhren weiter und kamen zur Fussgängerzone in Hagen. Dort, vor einem Supermarkt, die üblichen „Verdächtigen“. Dieses Mal war aber beinah Weltuntergangsstimmung. Weinselig wurde berichtet, dass der Rollstuhl, den der Zweite aktuell benötigte, abhandengekommen war, gepaart mit Tränen und Lebenszweifeln, aber auch mit Zorn. Ganz zaghaft haben wir uns an die Situation rangetastet. Während ich am Wagen Kaffee bereitete, kam ein ein junger Mann auf mich zu. Er fragte mich, wie man Spenden könnte. Ein kurzer Austausch und er zückte sein Portemonnaie und gab mir 35,-€ und bedankte sich für unseren Einsatz. Ich war verblüfft, soviel Geld, mal eben. Nach dem wir die beiden Kandidaten versorgt hatten, unter anderem auch mit Verbandszeug, ging es weiter, zum nächsten POV. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf einen „alten Bekannten“. Auch er war sehr bescheiden und dann ging es weiter. An unserem Ziel war die Hölle los. Es bildete sich eine Schlange und wir hatten alle Hände voll zu tun. Bedürftige Menschen aller Coleur und unterschiedlicher Herangehensweise. Mal fordernd, mal beacheiden, aber erwähnenswert ist der riesige Mann, der mir zwei gepflückte Narzissen überreichte. Ich musste lachen, nicht schlecht, aber wir behandeln alle gleich, von daher, ein netter Versuch. Es dauerte ca. 30 Minuten und wir waren quasi blank. Glücklicherweise waren alle versorgt, so dachten wir, gerade alles eingepackt, 20 Meter gefahren, da kam, wie aus dem Nichts, noch ein bedürftiger Mann. Er bekam noch einen Kaffee und die letzte Terrine. Dann fuhren wir zurück und waren schon verwundert, weil mit soviel Zulauf hatten wir nicht gerechnet. Das zeigte uns wieder, keine Fahrt ist wie die andere und die Sorgen und Nöte sind immer unterschiedlich, es zeigt auch wieder, auf welchen Niveau viele Menschen in diesem Land klagen und es erdet, weil alles selbstverständlich genommen wird. Das ist es nicht und in mir löst es eine Fahrt immer wieder Mitgefühl, aber Demut und Dankbarkeit aus. Aus meiner Sicht spielt es keine Rolle, wie diese Bedürftigen in diese Lage gekommen sind, sondern vielmehr das wir ein wenig dazu beitragen können, die Situation in diesem Moment etwas zu verbessern.